Rüstung

EADS stürzt wegen Airbus A400M in die roten Zahlen

Problemkind Airbus A400M

Problemkind Airbus A400M

Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS ist 2009 wegen des Debakels um den Militärtransporter Airbus A400M in die roten Zahlen gestürzt. Unter dem Strich belief sich der Verlust auf 763 Mio. Euro, wie das Unternehmen mitteilte.

Ein Jahr zuvor hatte der Konzern noch 1,6 Mrd. Euro verdient. Die Dividende soll nun ausfallen. Hauptursache für das Minus war eine erneute Rückstellung von 1,8 Mrd. Euro wegen der Mehrkosten für den verspäteten Militärflieger.

Der Konzernumsatz blieb mit 42,8 Mrd. Euro fast stabil. Der Auftragseingang fiel mit 45,8 Mrd. Euro nur knapp halb so hoch aus wie ein Jahr zuvor. Der Auftragsbestand ging dabei um 3 Prozent auf 389 Mrd. Euro zurück. Der operative Verlust belief sich auf 322 Mio. Euro. Ohne die Sonderbelastungen ergab sich ein operativer Gewinn von 2,2 Mrd. Euro.

Für 2010 ist EADS vorsichtig. Ausgehend von einem Eurowechselkurs von 1,40 Dollar rechnet EADS mit stabilen Umsätzen und einem Ebit von rund einer Milliarde Euro. Mit weiteren Belastungen rechnet die wichtigste Konzerntochter Airbus bei der A380.

Am Montagabend gab es bereits eine Hiobsbotschaft: Beim "Jahrhundertgeschäft" mit der US-Luftwaffe über 179 Tankflugzeuge im Wert von 35 Mrd. Dollar ist EADS aus dem Rennen. Den Rückzug aus dem Bieterwettbewerb um das Tankflugzeuggeschäft begründete der US-Partner Northrop Grumman mit unfairen Wettbewerbsbedingungen. Die Ausschreibung sei voll auf den Konkurrenten Boeing zugeschrieben worden.

Airbus-Chef Thomas Enders warf der US-Regierung Voreingenommenheit vor. Das Pentagon äusserte sich "enttäuscht". Zugleich wies das Verteidigungsministerium den Vorwurf unfairer Wettbewerbsbedingungen zugunsten des amerikanischen Konkurrenten Boeing zurück, dem nunmehr das Feld allein überlassen ist.

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