Das sagte Duménil in einem Interview mit der Zeitung "Le Matin Dimanche". Er greift damit das Westschweizer Magazin "L'Hebdo" und den "Tages-Anzeiger" an. Sie haben am vergangenen Donnerstag über die Eröffnung des Verfahrens des Bundesstrafgerichts gegen den französisch-schweizerischen Geschäftsmann berichtet. Damit hätten sie die rote Linie überquert. "Sie haben gegen das Gesetz verstossen", sagte er.

"In zivilisierten Ländern gilt das Prinzip der Unschuldsvermutung", sagte er weiter. Um dieses zu respektieren, habe der Richter Anonymität auferlegt - im Hinblick auf wirtschaftliche Gefahren aber vor allem, "weil er sich nicht sicher ist, ob ich schuldig bin oder nicht", protestiert er.

Duménil bestreitet, 54 Millionen Franken an Einnahmen über seine Firma Acanthe Développement vor der Steuerverwaltung versteckt zu haben. An dem Unternehmen hält er gemäss eigenen Aussagen 50 Prozent der Anteile - "direkt und indirekt". 10 Prozent der Aktien sollen demnach ihm direkt gehören, 40 Prozent gehören Firmen, die er selber kontrolliert.

Innert 10 Jahren seien Dividenden in der Höhe von 100 Millionen Franken ausbezahlt worden. Für seinen Anteil bedeute das 10 Millionen Franken, erklärte Alain Duménil. Diese Million pro Jahr sei deklariert und besteuert worden. "Es gibt keinen Cent, der nicht deklariert worden ist", sagte er.

Was die restlichen 40 Prozent betrifft, so würden diese Auszahlungen in Holdinggesellschaften fliessen, welche keine Dividenden entrichteten. Die entsprechenden Beträge sind den Unternehmen zugeschrieben worden. Dieses Geld habe er nicht angefasst, beteuert er.

In Frankreich zwei Mal verurteilt

Der Vorwurf an den in Crans-Montana im Wallis wohnhafte Geschäftsmann wiegt schwer. So habe er es unterlassen, in den Jahren 2004 bis 2008 ausserordentliche Dividenden der Immobiliengesellschaft Acanthe Développement in Paris den Steuerbehörden zu melden.

Zudem wird er verdächtigt, Anteile an einigen französischen Gesellschaften zu besitzen, deren Existenz er den Steuerbehörden nie angegeben haben soll. Zwischen 2003 und 2011 soll er insgesamt 54 Millionen Franken an Einkommen den Steuerbehörden vorenthalten haben. Dies entspreche einer Summe von rund 20 Millionen Franken, die er an Steuern hätte zahlen müssen.

Duménil ist bereits früher mit dem Gesetz in Konflikt geraten. In Frankreich ist er bereits zwei Mal verurteilt worden. Die französische Finanzmarktaufsicht verurteilte ihn 2013 zu einer Busse von 500'000 Euro wegen eines Insiderdelikts. Ein Gericht in Grenoble verurteilte ihn 2012 wegen seiner Verantwortung am Konkurs der 2005 Pleite gegangenen Schuhfirma Stéphane Kélian.