Zollfrei

Dufry expandiert und wird zum grössten Duty-Free-Händler

Duty-free-Shop von Dufry. (Archivbild)

Duty-free-Shop von Dufry. (Archivbild)

Dufry schreitet mit seiner Expansion fort: Der Zollfreihändler hat für insgesamt 1,55 Mrd. Franken den Schweizer Mitbewerber Nuance gekauft. Mit dem Kauf wird Dufry zum grössten Duty-Free-Händler der Welt mit einem Anteil von 15 Prozent weltweit.

"Das ist die grösste und wichtigste Übernahme von Dufry", sagte ein zufriedener Firmenchef Julián Díaz am Mittwoch an einer Telefonkonferenz. "Nuance ist ein grosser Gewinn für uns und bedeutet eine einschneidende Transformation für die ganze Branche."

Der neue Duty-Free-Riese wird gemäss den Berechnungen einen Umsatz von rund 5,56 Mrd. Franken erzielen und beschäftigt insgesamt knapp 23'000 Mitarbeiter. Nuance steuert hierzu rund 2,1 Mrd. Franken an Umsatz und 5300 Mitarbeiter bei.

Nuance ist der sechstgrösste Zollfreihändler der Welt und geht aus der Fusion von 1992 der ehemaligen Duty-Free-Läden der einstigen Swissair und von Crossair hervor. Das Unternehmen mit Sitz in Zürich ist in 19 Ländern in Europa, Asien und Nordamerika tätig und erwirtschaftete 2013 einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von rund 156 Mio. Franken.

Mit der Übernahme wird Dufry künftig auf allen Kontinenten, in 63 Ländern rund 1750 Shops betreiben, wie der Zollfreihändler am Mittwoch mitteilte. Damit erreicht das neue Unternehmen einen Marktanteil von knapp 15 Prozent. Das nächstgrösste Duty-Free-Unternehmen hält einen weltweiten Anteil von 8 Prozent.

"Es war nicht unser Ziel, Marktführer zu werden", sagte Díaz. Aber es bringe gewisse Vorteile, beispielsweise bei Vertragsverhandlungen mit in den Shops vertretenen Marken oder bei Konzessionsvergaben.

Finanzierung mittels Kapitalerhöhung

Die Übernahme lässt sich Dufry einiges Kosten. Die 1,55 Mrd. Franken sollen zu zwei Dritteln durch eine Kapitalerhöhung gedeckt werden. 550 Mio. Franken sollen in Form von Krediten fliessen. Am 26. Juni sollen die Aktionäre an einer ausserordentlichen Generalversammlung über das Vorhaben befinden.

Geben sowohl Aktionäre wie auch Wettbewerbsbehörden das OK für den Deal, soll die Transaktion im Verlauf des dritten Quartals 2014 abgeschlossen werden. Vollkommen integriert soll Nuance innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate werden. "Durch die Grösse von Nuance ist der Prozess der Integration komplex", sagte Julián Díaz. "Aber wir haben Erfahrung mit Übernahmen."

Management sieht grosses Synergiepotenzial

Tatsächlich ist Dufry in den letzten Jahren stark akquisitorisch gewachsen. Im vergangenen Jahr etwa hat der Konzern die griechische Hellenic Duty Free Shops (HDFS) für insgesamt 892 Mio. Euro übernommen. 2012 hat sich das Basler Unternehmen die Mehrheit am Reise-Retailgeschäft der griechischen Folli-Follie-Gruppe (FFG) für 200 Mio. Euro gesichert.

2011 kaufte Dufry 21 Flughafen-Läden in fünf Ländern und zahlte dafür insgesamt fast eine Milliarde Dollar. Zur Akquisition gehörten etwa die Shops von Interbaires, dem grössten Reise-Detailhändler Argentiniens.

Die neueste Errungenschaft soll nun "substanzielle Synergien" bringen. Alleine bei Nuance rechnet das Management mit Einsparungen von bis zu 70 Mio. Franken. Zahlen für Dufry konnte Díaz am Mittwoch noch keine liefern. Dies werde derzeit noch geprüft.

35 Mio. Fr. Kostenreduktionen ergeben sich unter anderem durch die Zusammenlegung der globalen und regionalen Firmensitze. Demnach wird Basel Hauptsitz bleiben. Das Büro in Zürich will Dufry weiterführen. Die gesamten Einsparungen sollen 2016 voll zum Tragen kommen.

Anleger hocherfreut

Die Anleger an der Schweizer Börse reagierten auf den neuesten Zukauf von Dufry begeistert. Die Aktie des Unternehmens gewann am Mittwoch bis Mittag 7,8 Prozent an Wert. Der Gesamtmarkt, gemessen am SLI, lag derweil 0,1 Prozent im Plus.

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