Ruedi Mäder

Es dürfte der stärkste Gegenwind seit dem Börsengang im März 2005 sein, mit dem Dottikon Exclusive Synthesis (ES) gegenwärtig zu kämpfen hat. Das Unternehmen mit Sitz und einzigem Produktionsstandort in Dottikon hat für gewisse Produktions-Betriebsteile Anträge für Kurzarbeit während eines halben Jahres gestellt.

Gemäss ergänzenden Angaben von CEO und Mehrheitsaktionär Markus Blocher (er hält zurzeit direkt und indirekt knapp zwei Drittel der Aktien) wurde gut ein Viertel der Belegschaft für Kurzarbeit angemeldet. Erwartet werde Kurzarbeit in der Grössenordnung von rund 15 Prozent der gesamten Vollzeitstellen; per Ende Februar 2010 zählte Dottikon ES rund 425 Vollzeitarbeitsplätze.

Weniger Industriechemikalien

Der stärkste Auftragsrückgang stamme aus dem Bereich der Industriechemikalien. Dieser machte im Geschäftsjahr 2008/09 (per Ende März) rund einen Viertel des Nettoumsatzes aus.

Dottikon ES hat sich spezialisiert auf so genannte chemische sicherheitskritische Reaktionen. Der Fokus liegt auf der Exklusivsynthese von Feinchemikalien für weltweit tätige Pharmaunternehmen und Chemiefirmen. Von der Produktpalette her stehen kundenspezifische Wirkstoffe für Medikamente und Zwischenprodukte im Vordergrund.

Dieses Kerngeschäft mit der forschenden Pharmaindustrie habe sich im laufenden Geschäftsjahr vergleichsweise stabil gehalten, kommentierte CEO Blocher gegenüber dieser Zeitung. Dottikon ES erwartet für das gesamte Geschäftsjahr 2009/10 ein «tieferes» Ergebnis als im Vorjahr.

Blocher will weiter investieren

Blocher hat bestätigt, dass die geplanten Investitionen in Sachanlagen unverändert weitergeführt wurden. Nach 40 Millionen im Vorjahr sind dies weitere 30 Millionen. Blocher räumte ein, 2009/10 sei schwierig geworden. Dessen ungeachtet bleibe man davon überzeugt, dass die gewählte strategische Stossrichtung die richtige sei.

Dottikon ES hatte den Umsatz im Vorjahr um 6 Prozent auf 150 Mil-lionen Franken erhöht und einen Reingewinn von 22 Millionen ausgewiesen. Im November war für das erste Halbjahr 2009/10 ein Umsatzeinbruch von 42 Prozent auf 45 Millionen gemeldet worden; die Betriebsmarge wurde auf knapp 12 Prozent halbiert. Begründet wurde der Umsatzdämpfer einerseits mit der Beseitigung ausgelaufener Produktlinien, andererseits mit der verzögerten Inbetriebnahme neuer Apparategruppen.