Tödliche Dreharbeiten

Dokumentarfilmer stirbt während Recherche in Obdachlosen-Milieu

Die Recherche hat für Lee Halpin tödlich geendet (Symbolbild)

Die Recherche hat für Lee Halpin tödlich geendet (Symbolbild)

Nach dem Tod eines jungen Filmemachers bei Recherchen im Obdachlosen-Milieu hat die britische Polizei Ermittlungen aufgenommen. Ein Autopsiebericht solle am Dienstag Aufschluss darüber geben, woran der Dokumentarfilmer Lee Halpin gestorben sei.

Die Leiche des 26-Jährigen war am Mittwoch in einem verlassenen Gebäude in der nordostenglischen Stadt Newcastle entdeckt worden. Drei Tage zuvor hatte der Filmer mit Dreharbeiten zu einer Dokumentation über Obdachlose begonnen.

Im Zusammenhang mit Halpins Tod hatte die Polizei zwei Männer im Alter von 26 und 30 Jahren festgenommen. Es habe der Verdacht bestanden, dass sie Halpin mit einer illegalen Droge versorgt hätten. Später kamen die Männer unter Auflagen frei.

Trotz des winterlichen Wetters in England hatte Halpin seit Sonntag unter freiem Himmel geschlafen.

In einem Video, das er auf der Internetplattform YouTube veröffentlichte, sagte er vor dem Beginn seines Selbsterfahrungsexperiments, er wolle eine Woche lang im Freien schlafen, mit so vielen obdachlosen Menschen wie möglich in Kontakt treten und "in dieses Leben so tief ich kann eintauchen".

Ein Freund von Halpin äusserte gegenüber der Zeitung "The Chronicle" die Vermutung, Todesursache sei Unterkühlung. Der Sender Channel 4, bei dem sich Halpin nach eigener Aussage mit dem Dokumentarfilm für ein Förderprogramm für investigativen Journalismus bewerben wollte, bedauerte in einer Erklärung "den tragischen Tod dieses aufstrebenden jungen Journalisten".

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