Tatsächlich sind seine Prognosen nicht mehr sonderlich pessimistisch. Roubini schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass die Eurozone bestehen bleibt, mittlerweile auf 70 Prozent, wie er gegenüber der "Berner Zeitung" vom Freitag sagte. Auch für die Schweiz sehe er "überhaupt nicht" schwarz.

Roubini weilte diese Woche am Swiss Economic Forum in Interlaken. Der 55-Jährige fühlt sich nicht unter Druck mit Blick auf seine Prognosen, wie aus einem Interview mit "Tages-Anzeiger" und "Bund" hervorgeht. Allerdings könne er keinen Monat freinehmen - "danach hätte sich die Welt bereits verändert".

"Ich bin kein Genie und kein Guru, ich habe keine Glaskugel, die mir die Zukunft zeigt. Ich muss jeden Tag reisen, reden, denken, analysieren, schreiben. Das ist mein Leben", erklärte Roubini. Zeit ist für ihn der wahre Luxus. "Um eine Stunde Reisezeit zu gewinnen, gebe ich auch einige Hundert Dollar mehr aus", sagte er.