Diskussion über die Zukunft

«Gute Nachricht»: Den zur angekündigten Protestkundgebung gestern Mittag vor der Dulliker Dihart AG Versammelten konnte Unia-Regionalleiter Beat Jost (am Megaphon) überraschend die Aufnahme von Gesprächen am Runden Tisch mitteilen. Bruno Kissling

Dihart AG

«Gute Nachricht»: Den zur angekündigten Protestkundgebung gestern Mittag vor der Dulliker Dihart AG Versammelten konnte Unia-Regionalleiter Beat Jost (am Megaphon) überraschend die Aufnahme von Gesprächen am Runden Tisch mitteilen. Bruno Kissling

Die Geschäftsleitung der Dihart AG in Dulliken und der Branchenverband Swissmem haben in einen Runden Tisch mit der Gewerkschaft Unia und der Betriebskommission eingewilligt.

Christian von Arx

Wechselbad der Gefühle gestern Montag für die Belegschaft der Dulliker Dihart AG. Am Morgen steuerten die Sozialpartner auf einen offenen Konflikt zu. Auf 12 Uhr hatte die Gewerkschaft Unia zu einer Protestkundgebung vor dem Werk aufgerufen. Grund: Am 3. Dezember hatte Dihart-Geschäftsführer Peter Büttler der Gewerkschaft mitgeteilt, dass er keine neuen Verhandlungen über den Sozialplan führen werde.

In dieser Absage sah die Unia eine Verletzung des Gesamtarbeitsvertrags der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie und stellte Büttler am 9. Dezember vor ein Ultimatum: Entweder er erkläre bis Montag Mittag seine Bereitschaft zu Verhandlungen, oder die Unia könne «die Einhaltung des Arbeitsfriedens in der Dihart AG nicht mehr garantieren». Mit andern Worten: Die Gewerkschaft drohte mit Streik.

Tatsächlich war gestern gegen Mittag in der eisigen Bise vor dem Fabrikgebäude der Dihart an der Industriestrasse in Dulliken alles zum Protest bereit: Die Unia-Leute mit roten Fahnen, Kappen und einer Kampfzeitung, dazu ein guter Teil der noch verbliebenen Dihart-Belegschaft, insgesamt gegen 60 Personen, unter ihnen der Präsident der Betriebskommission, Claude Lambrechts.

Eine halbe Stunde vor Zwölf ...

Doch als um 12 Uhr Beat Jost, der Leiter der Unia Region Biel-Seeland/Solothurn-Olten, das Megaphon ergriff, konnte er den schlotternden Mitarbeitern eine gute Nachricht verkünden: «Vor einer halben Stunde hat uns der Verband Swissmem informiert: Die Geschäftsleitung von Dihart und Swissmem sind bereit, mit uns an einen Runden Tisch zu sitzen und die Probleme zu diskutieren.

Diese Gespräche beginnen am Mittwoch um 15 Uhr.» Applaus und Bravorufe kamen von den Versammelten. Jost musste die Erwartungen dämpfen: «Das ist ein erster Erfolg, gewonnen ist damit noch nichts. Aber wir steigen zuversichtlich in die Gespräche und hoffen, dass Lösungen gefunden werden können.»

Nach Auskunft von Beat Jost und Markus Baumann, dem Sekretär der Unia-Sektion Solothurn, will die Gewerkschaft am Runden Tisch zwei Themen zur Sprache bringen. Zum einen will sie Verbesserungen am Sozialplan, der im Mai für die damals etwa 50 gekündigten Dihart-Mitarbeitenden abgeschlossen worden war. Die Unia betrachtet diesen Sozialplan als nicht mehr gültig, weil man damals noch davon ausgegangen sei, einen Teil der Firma retten zu können.

Im Oktober hatte Dihart jedoch die vollständige Betriebsverlagerung bis Mitte 2010 bekannt gegeben. Zweitens behauptet die Gewerkschaft aber auch, sie habe Kenntnis von Investoren: Eine grosse Firma in der Region wolle die Dihart als ganze weiterführen; und ehemalige Mitarbeiter seien an einer Weiterüfhrung von Teilen interessiert.

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