Dioxin-Skandal

Dioxin-Skandal in Deutschland weitet sich auf Schweinefleisch aus

Auch Schweinezuchten sind betroffen

Auch Schweinezuchten sind betroffen

Im Skandal um verseuchtes Tierfutter in Deutschland haben Lebensmittelkontrolleure am Dienstag erstmals auch in Schweinefleisch einen deutlich zu hohen Dioxin-Gehalt festgestellt. Bisher war dies nur bei Eiern und Hühnerfleisch der Fall.

Eine Probeschlachtung bei einem Schweinemäster in Niedersachsen ergab bei einem Tier einen stark erhöhten Giftgehalt, wie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium in Hannover mitteilte.

Der Landwirt halte 536 Tiere, sagte ein Tierarzt. Davon müssten jetzt 140 geschlachtet werden. Die restlichen Schweine bekämen nun unbelastetes Futter und würden unmittelbar vor der Schlachtreife auf Dioxin überprüft.

Eier von gesperrtem Hof in Läden

Der Mäster hatte das Futter selbst gemischt und das Fett dafür von einem Produzenten aus Schleswig-Holstein bezogen, dessen Lieferungen mit Dioxin belastet waren. Widersprüchliche Angaben gab es am Dienstag zur Frage, ob Dioxin-Schweinefleisch von dem Hof in den Handel gekommen sein könnte.

Wie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium weiter mitteilte, wurde bei einem zweiten Schweinemäster ein Tier entdeckt, dessen Dioxin-Belastung im Grenzbereich liegt. Dort würden weitere Proben genommen, der Hof bleibe gesperrt.

Kurz darauf kam die nächste alarmierende Nachricht: In mehreren Supermärkten in der Region Hannover waren Eier eines vorsorglich gesperrten Hofes verkauft worden. Ein Kunde hatte sich am Montag mit einer entsprechenden Eierpackung an die Behörden gewandt.

Bundesland der Schweinezüchter

Niedersachsen ist das Bundesland mit den meisten Schweinezuchtbetrieben. 8600 Landwirte halten rund 8,3 Millionen Schweine - knapp ein Drittel des deutschen Bestands. Einige Schlachtbetriebe exportieren bis zu 50 Prozent ihres Schweinefleisches, vor allem in EU-Länder.

Erhöhte Dioxinwerte waren bislang nur in Eiern und bei Legehennen nachgewiesen worden. Proben bei Trutenfleisch und Kuhmilch weisen weiterhin keine Überschreitungen von Grenzwerten auf.

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