Dihart AG zeigt sich überraschend gesprächsbereit

Dihart AG zeigt sich überraschend gesprächsbereit

Die Unia veranstaltete am Montagmittag eine Aktion (Symbolbild)

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Die Unia veranstaltete am Montagmittag eine Aktion (Symbolbild)

Nachdem das Dulliker Traditionsunternehmen Dihart AG letzen Mai bereits mit einer grossen Umstrukturierung und mit einer massiven Kündigungswelle Schlagzeilen gemacht hatte, kam Anfang Oktober die Hiobsbotschaft, dass die Firma ihre Tore ganz schliesse. Während wochenlangem Stillschweigen hat sich die Firmenleitung heute Mittag überraschend bereiterklärt, einen runden Tisch abzuhalten.

Seit vielen Jahren arbeitet die Dihart AG im solothurnischen Dulliken im Bereich der Entwicklung, Fabrikation und Vertrieb und Handel von Präzisionswerkzeugen, Maschinen und Betriebseinrichtungen aller Art. Vor einigen Zeit wurde die Firma von der deutschen Komet-Gruppe übernommen. Letzen Mai kam es dann zur grossen Umstrukturierung, die mit dem Abbau von 60 von insgesamt 150 Stellen verbunden war.

«Die Geschäftsleitung zwang der Belegschaft damals mit massivem Druck einen ungenügenden Sozialplan auf», », sagt Beat Jost, Leiter Unia Region Biel-Seeland/Kanton Solothurn. Man hätte diesen damit gerechtfertigt, dass so der Fortbestand des Werkes in Dulliken gesichert werden könne.

Doch nur wenige Monate später kam die Hiobsbotschaft, dass die Firma die Produktion in der Schweiz einstelle. «So kurz nach der grossen Umstrukturierung und der Rechtfertigung des schlechten Sozialplans überraschte dieser Entscheid», führt Jost aus.

Der Forderung nach einem Gespräch kam die Geschäftsleitung wochenlang nicht nach. Als die Gewerkschaft Unia diesen Montagmittag nun eine Demonstration ansagte, erhielt sie eine halbe Stunde vor dem Beginn der Aktion eine Zusage von Siwssmem, dem Verband der Maschinenindustrie, dass sich die Geschäftsleitung der Dihart AG zu einem Gespräch am runden Tisch bereit erklärt habe. Dieses wird am 16. Dezember zwischen der Geschäftsleitung der Dihart AG, Vertretern der Unia, von Swissmem und der Betriebskommission durchgeführt.

«Uns geht es um einen besseren Sozialplan und darum, einzelne Produktionszweige in der Schweiz weiterzuführen», erklärt Jost. Trotz der Entwarnung fand die Aktion am Mittag als Infokundgebung statt, an der ein Grossteil der betroffenen Mitarbeiter teilnahm. «Diese waren zufrieden mit der überraschenden Botschaft nach dem wochenlangen Treten an Ort.» Falls die Firma ihre Tore für immer schliessen sollte, werden weitere 90 Mitarbeitende ihren Arbeitsplatz verlieren. (fhe)

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