Der Bugatti Chiron in Aktion.

Der Bugatti Chiron in Aktion.

Wäre der Genfer Autosalon ein Quartettspiel, hätten es wohl alle auf eine Karte abgesehen: Die mit dem neuen Bugatti Chiron. Doch um sie zu kriegen, muss man erst mal den schwachen Punkt des Über-Geschosses finden. Bei der Höchstgeschwindigkeit ist der Chiron unschlagbar. 420 km/h. Elektronisch begrenzt. Sticht. Anzahl Zylinder vielleicht? Keine Chance, im Bugatti sind es nicht acht, zehn oder gar zwölf, sondern gleich 16. Zwangsbeatmet durch vier Turbolader. Auf diesem Weg führt kein Weg am Allrad-Monster vorbei.

Wie wäre es mit Leistung in PS? Der dänische Klein-Hersteller Zenvo legt gut 1000 PS vor. Das chinesische Unternehmen Techrules kontert mit 1044 PS aus einem neuartigen Gasturbinen-Hybrid Antrieb. Kinderkram! Der Bugatti schleudert sich mit 1500 PS in weniger als 6,5 Sekunden auf 200(!) km/h.

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Aber: Der Chiron ist doch schlussendlich ein Produkt aus dem Volkswagen-Konzern. Da müsste eigentlich der Preis vernünftig ausfallen? Weit gefehlt: 2,4 Millionen Euro. Das kann nicht einmal der auf 40 Stück limitierte und bereits ausverkaufte Lamborghini Centenario toppen. Das Sondermodell zum 100. Geburtstag des verstorbenen Firmengründers Feruccio Lamborghini kostet rund 2 Millionen Euro. Zudem ist der 770 PS starke Stier eh schon ausverkauft.  

Die Optik ist auf der Quartettkarte leider kein ausschlaggebendes Kriterium – ansonsten hätte Aston Martin einen Trumpf liefern können: Den neuen DB11. Mit 608 PS aus einem neuen 5,2-Liter-Biturbo-V12 ist er nicht nur der stärkste Serien-Aston aller Zeiten, sondern vermutlich auch einer der schönsten Sportwagen derzeit.

Der Sieg ist  dem Bugatti also gewiss. Wäre da nicht, schon fast versteckt, am Stand von Dodge die Viper ACR, die wohl letzte Viper, die es geben wird. Sie leistet zwar „nur“ 654 PS, verfügt aber über satte 8,4 Liter Hubraum. Da nützt es dem Chiron auch nichts, dass sein Motor bei voller Leistung rund 60 000 Liter Luft durch die Brennräume schaufelt. Der Hubraum beträgt nämlich genau acht Liter, 0,4 weniger als beim schnellen Amerikaner. 

Wer selbst unschlagbare Trümpfe finden möchte kann dies noch bis zum 13. März am 86. Internationalen Automobilsalon im Genfer Palexpo-Gebäude tun. Viel Glück!