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Die Wettinger testen neues Licht

Pilotversuch: Beim Friedhof Brunnenwiese (Foto), beim Schulhaus Margeläcker und auf dem Tägi-Parkplatz testet das EWW moderne LED-Leuchten. zvg

LED-Leuchten Wettingen

Pilotversuch: Beim Friedhof Brunnenwiese (Foto), beim Schulhaus Margeläcker und auf dem Tägi-Parkplatz testet das EWW moderne LED-Leuchten. zvg

Das Elektrizitäts- und Wasserwerk Wettingen präsentiert einen guten Jahresabschluss. Zudem testet das EWW in einem Pilotversuch moderne LED-Lampen.

Dieter Minder

«2009 war geprägt von neuen Strompreisen, einer neuen Tarifstruktur und einem neuen Rechnungsmodell», sagt Gemeinderat Roland Kuster. Mit dem neuen Rechnungsmodell passt sich das Elektrizitäts- und Wasserwerk Wettingen (EWW) der Gemeindeverwaltung an. Umgestellt wurde auch das Rechnungsjahr. Neu gilt das Kalenderjahr, bisher wurde nach dem vom 1. Oktober bis 30. September dauernden hydrologischen Jahr abgerechnet. «Die Veränderungen haben zur Folge, dass die Zahlen mit Vorjahren nicht verglichen werden können, denn das Geschäftsjahr dauerte drei Monate länger», sagt Kuster. Bedingt durch die Umstellung ist das Ergebnis um 1,465 Millionen Franken besser ausgefallen. «Das Geld haben wir für ausserordentliche Abschreibungen verwendet», sagt Peter Wiederkehr, EWW-Geschäftsleiter.

Das Gemeindewerk soll vom Zentrumsplatz ins Fohrhölzli verlegt werden. «In der ersten Jahreshälfte 2010 soll der Einwohnerrat über den Projektierungskredit entscheiden», sagt Kuster. Der Werkhof und die Verwaltung sollen in den Neubau zügeln, der Laden soll am heutigen Standort bleiben, denn er entwickelt sich positiv. «Wir haben den Reparaturservice ausgebaut», sagt Wiederkehr.

Licht aus Dioden statt Lampen

LED-Leuchtmittel (Leuchtdiode, Light Emitting Diode) erleben zurzeit eine rasante Entwicklung. «Ihr momentaner Nachteil - sie sind noch teuer, das wird sich aber ändern», sagt Wiederkehr. Trotzdem testet die Gemeinde diese modernen Leuchten. «Ihre Lebensdauer liegt bei zirka 50000 Stunden oder 10 Jahren», sagt Wiederkehr. Die heute verwendeten Leuchten müssen nach rund 12000 Stunden ersetzt werden.

Der Stromumsatz sank im Berichtsjahr um 1,68 Prozent auf 97142614 Kilowattstunden (kWh). Vor allem im Sommerhalbjahr war der Verbrauch zurückgegangen. Das ist unter anderem auf den hohen Anteil an Haushalten und Kleingewerbe beziehungsweise geringen Anteil an Industrie zurückzuführen (siehe Grafik). «Wir haben keine Kunden verloren», sagt Geschäftsleiter Wiederkehr. Im Rahmen der Strommarkt-Liberalisierung hätten grosse Unternehmen zu anderen Stromlieferanten wechseln können. Darauf haben alle in Wettingen ansässigen Unternehmen verzichtet.
Wie hoch die Versorgungssicherheit für die rund 12000 Kunden ist, zeigen die erstmals erhobenen Verfügbarkeitskennzahlen. Im Mittel wurde ein Kunde 0,08-mal pro Jahr unterbrochen. Der Unterbruch dauerte 0,7 Minuten pro Jahr. Bei den Kunden, die Unterbrüche in Kauf nehmen mussten, dauerten diese durchschnittlich 8,25 Minuten. Darin enthalten sind auch Abschaltungen, weil Leitungen umgehängt oder Zähler ersetzt werden mussten. Letzteres dauert rund 15 Minuten.

Alle Leitungen sind im Boden

Rund 610000 Franken hat das EWW 2009 für den Anlagenunterhalt aufgewendet. Investiert wurden etwas mehr als 3 Millionen Franken. Das Geld floss in moderne Trafostationen und neue Leitungen. So wurde die letzte Freileitung, sie war noch 100 Meter lang, im Eigi durch eine unterirdische Leitung ersetzt.

Der Wasserverkauf blieb mit 2566 Kubikmetern (m³) praktisch auf Vorjahreshöhe. «Neue Geräte sind sparsamer», sagt Wiederkehr. 1,966 Millionen Franken wurden 2009 in die Wasserversorgung investiert. Zu grösseren Ausgaben wird es in den nächsten Jahren kommen, die gesamte Wasserversorgung soll modernisiert werden.

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