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Die UBS wollte Zidane als Kunde an Land ziehen

UBS-Kundenberater sollen in Frankreich mit aggressiven Methoden auf Kundenfang gegangen sein. Dabei soll die Grossbank auch Prominente und Wohlhabende bezirzt haben.

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Zinedine Zidane hat Marco Materazzi getroffen

Zinedine Zidane hat Marco Materazzi getroffen

Keystone

Die UBS sucht neue Kunden - reiche Kunden. Diese will die Schweizer Grossbank unter anderem auch in Frankreich für sich gewinnen.

Nun deckt die französische Zeitschrift «Charlie Hebdo» auf, dass die UBS-Kundenberater auch auf der Jagd nach Prominenten aus Frankreich sein soll.

Das Ziel soll die Eröffnung eines UBS-Kontos in der Schweiz oder der Verkauf von Finanzprodukten sein, welche in unserem westlichen Nachbarland nicht gehandelt werden dürfen.

Dabei sollen die Berater der Schweizer Grossbank laut «Charlie Hebdo» mit «aggressiven Methoden» auf Kundenfang gegangen sein.

Kundenfang an Sportanlässen oder Modenschauen

Die Zeitschrift beruft sich auf Aussagen von früheren UBS-Mitarbeitern. Diese sollen die Bank im Streit verlassen haben.

Den potenziellen Kunden näherten sich die UBS-Mitarbeiter in edlen Ruderklubs, bei Konzerten - welche die Bank organisierte - bei Modenschauen oder Sportanlässen.

Zidane und Platini im Visier

Dabei hatten die UBSler offenbar auch den Fussball-Weltstar Zinedine Zidane und den Uefa-Boss Michel Platini im Visier.

Die UBS-Berater sollen sehr offensiv, aber doch diskret gearbeitet haben, wie ein ehemaliges Kadermitglied der Grossbank berichtet.

Sie verteilten Visitenkarten, auf denen nur eine Telefonnummer darauf stand. Sie trugen nie Unterlagen mit Kundennamen auf sich - und stiegen nie zweimal im selben Hotel ab. «Es ist doch klar, dass sie nicht als Touristen nach Frankreich kamen», wird ein ehemaliger Angestellter der UBS zitiert.

UBS braucht für Aktivitäten in Frankreich Bewilligung

UBS-Banker, die in Frankreich Neukunden gewinnen wollen, brauchen dafür eine Bewilligung. Zudem müssen sie ihre Aktivitäten dem Fiskus in Frankreich melden.

Diese Auflagen sollen UBS-Leuten aber laut der Zeitschrift nicht immer befolgt haben.

Auf den Artikel im «Charlie Hebdo» reagierte die UBS mit einer knappen Stellungnahme, wie die Westschweizer Zeitung «Le Matin» berichtet.

Die UBS liess verlauten, «dass sie sich sehr strenge Regeln gegeben hat, um das Recht in den Ländern, wo sie tätig ist, zu respektieren».(muv)

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