Wirtschaft

Die Luzerner Kantonalbank legt neue Strategie fest – das ändert sich für die Kunden

CEO Daniel Salzmann am LUKB-Hauptsitz in Luzern.

CEO Daniel Salzmann am LUKB-Hauptsitz in Luzern.

Die Luzerner Kantonalbank steckt sich für die nächsten fünf Jahre ehrgeizige Ziele. Für die Kunden dürfte sich einiges ändern.

Auch wenn ein Ende der Krise derzeit nicht absehbar ist: Auf das Kundenverhalten habe sie sich bereits nachhaltig ausgewirkt, stellt Daniel Salzmann, CEO der Luzerner Kantonalbank, fest. «Der Trend zur stärkeren Nutzung von E-Banking hat sich in den letzten Monaten massiv verstärkt. Wir können das anhand der Transaktionszahlen gut ablesen.» Zudem griffen derzeit immer mehr Kunden auf das kürzlich eingeführte Angebot der Online-Beratungen zurück. «Diese kommen sehr gut an», sagt Salzmann.

Als eine der ersten Schweizer Banken hatte die LUKB Ende September Online-Beratungen eingeführt. Seither können sich Privat- und Geschäftskunden bei Fragen oder Problemen telefonisch beraten lassen und dabei den Bildschirm ihres Smartphones, Tablets oder Computers mit dem Kundenberater teilen. Mit dieser neuen Funktion liessen sich Dokumente, Online-Applikationen oder weitere Anwendungen im Gespräch anschaulich erläutern, so Stefan Lüthy, Leiter Digitalisierung und Multikanalmanagement der LUKB. Der grosse Vorteil für die Kunden: Sie können sich sowohl Aufwand als auch Anreiseweg sparen.

«Wollen langfristig möglichst bargeldlos sein»

Dass künftig immer weniger Kunden die LUKB-Filialen aufsuchen werden, wird auch in der neuen Strategieperiode für die Jahre 2021 bis 2025 berücksichtigt, die das Finanzinstitut am Dienstag vorgestellt hat. «Wir werden uns mit Blick auf den Kundennutzen in wesentlichen Teilen transformieren. Die LUKB wird in fünf Jahren eine andere Bank sein als heute», sagte Verwaltungsratspräsidentin Doris Russi Schurter anlässlich der Präsentation.

Was das für die Kunden konkret bedeutet, führte anschliessend CEO Salzmann aus. So will die Luzerner Kantonalbank ihre Onlineaktivitäten künftig stark ausbauen. «Natürlich ist es noch immer so, dass es Kunden gibt, die eine persönliche Beratung bevorzugen, doch die Nachfrage nach elektronischen Beratungen steigt, und das nicht nur wegen Corona», so Salzmann. Deshalb sieht er für telefonische Beratungen mit geteiltem Bildschirm von Kunde und Berater ein grosses Potenzial. Darüber hinaus rechnet er damit, dass das Bargeld stark an Bedeutung verlieren wird. «Langfristig wollen wir möglichst bargeldlos sein. In ein paar Jahren wird es sowieso nur noch im Hauptsitz an der Pilatusstrasse einen Schalter geben.»

In Bezug auf die eigenen Finanzen hat sich die LUKB erneut ehrgeizige Ziele gesteckt. Nachdem sie den für die noch laufende Strategieperiode angestrebten, kumulierten Unternehmensgewinn von 950 Millionen Franken bereits erreicht hat, will die Bank in der Periode 2021 bis 2025 einen kumulierten Gewinn zwischen 1025 und 1100 Millionen Franken erzielen.

Weil man in der alten Periode sämtliche finanziellen Zielvorgaben erfüllt oder gar übertroffen habe, gehe man aus einer Position der Stärke in die neue, sagte Doris Russi Schurter und nannte zugleich fünf Herausforderungen, die die LUKB in den kommenden fünf Jahren zu meistern habe: «Es gilt, das bisherige Geschäftsmodell weiterzuentwickeln, die Schnittstelle zu den Kundinnen und Kunden auszubauen, die Ertragsbasis im Umfeld von Negativzinsen zu verbreitern, die digitale Transformation voranzutreiben und der hohen Veränderungsgeschwindigkeit mit einem überlegten Mix aus Solidität und Flexibilität zu begegnen.»

Anteil an Immobilienfirma in Zug erworben

Um all das zu erreichen, will sich die LUKB-Führung in erster Linie auf die Kernthemen Wachstum und Effizienz fokussieren. Man habe bereits seit längerem an der Verbreiterung der Ertragsbasis gearbeitet, auch ausserhalb der Kantonsgrenzen, erklärt Daniel Salzmann. Neue Beratungsleistungen würden dabei ebenso zur angestrebten Ertragsverbreiterung beitragen wie «verstärkte überregionale Aktivitäten im Private Banking und im Firmenkundengeschäft».

Für die Stossrichtung «Immobilien und Wohnen» etwa hat das Luzerner Institut bereits einen ersten Umsetzungsschritt realisiert. So hat die LUKB per Montag eine 30-Prozent-Beteiligung am Zuger Immobilienunternehmen Fundamenta Holding Group erworben, die in der ganzen Schweiz und in Deutschland aktiv ist. Damit will sie ihr Angebot für professionelle Immobilien-Investoren gezielt weiterentwickeln.

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