Coop

Die Logistik ist überlebenswichtig

Coop nimmt das neue Logistikzentrum und Grossbäckerei in Betrieb.

Coop nimmt das neue Logistikzentrum und Grossbäckerei in Betrieb.

Der schnelle Einkauf in kleinen Ladenformaten – von morgens bis abends – liegt im Trend. Deshalb optimiert Coop seine Logistik — unter anderem in Schafisheim.

Coop besitzt mehr als 1900 Verkaufsorte in der ganzen Schweiz. Es ist das dichteste Filialennetz. Bei Coop hat sich im 2015 das Tempo von weiteren Ladeneröffnungen, wie bei den meisten Detailhändlern, verlangsamt. Aber besonders Ladenformate mit kleinen Flächen – wie beispielsweise die Coop-Pronto-Filialen – scheinen für den Basler Grossisten weiterhin interessant zu sein. Immerhin zehn Neueröffnungen, vorwiegend an Tankstellen, gab es im vergangenen Jahr. Nur bei den Supermärkten mit der kleinsten Fläche – weniger als 1000 m2 – gab es mit 12 Läden 2015 mehr Neueröffnungen.

Der Einkauf im kleinen Laden

Kleinflächige Läden sind also im Trend. Und sie funktionieren nach einem anderen Verkaufsprinzip als Supermärkte. Es sind nur wenige Warengruppen abgedeckt und innerhalb dieser gibt es nicht viel Auswahl. Vor allem hat es oft nur die teuren Marken als im herkömmlichen Supermarkt. So findet man im Kühlregal nicht zehn, sondern nur fünf Tiefkühlpizzen. Daneben stapeln sich nicht 15 unterschiedliche Sandwiches und Fertigsalate, sondern deutlich weniger. Der Schwerpunkt beim Einkauf auf kleiner Fläche liegt auf Lebensmitteln, die sofort zu konsumieren sind. Weniger ist mehr: weniger Auswahl, dafür aber der einfachere, vor allem aber der schnellere Impuls-Einkauf.

Gerade an Bahnhöfen sind solche Shops bezüglich Kundenfrequenz und den langen Öffnungszeiten beliebt. Doch die kleinen Formate sind nicht nur für die Kunden attraktiv, sondern auch für die Händler. Der Nettoerlös pro Quadratmeter in einem Coop-Pronto-Laden beträgt rund 31 321 Franken. Im Vergleich dazu erzielen die Supermärkte von Coop gerade mal einen Drittel des Pronto-Umsatzes. Seit 2005 ist die Zahl der Coop Prontos auf 294 – also doppelt so viel – angestiegen. Die gleiche Entwicklung ist auch bei der Migros zu beobachten.

Doch die Entwicklung hat Folgen: Die Grossisten müssen die kleinen Läden, die über die ganze Schweiz verstreut sind, zudem oft über knappen Lagerraum verfügen, beliefern, ohne viel Zeit zu verschwenden. Thomas Hochreutener, Detailhandelsexperte bei GfK, sagt: «Für die kleinen Verkaufseinheiten braucht es eine spezielle Logistik. Es ist viel einfacher, ein grosses Einkaufszentrum zu beliefern als die Tankstellenshops mit ihrem kleinen und spezialisierten Sortiment.»

Im Zeitraffer: Die Entstehung von Tiefkühllager und Bäckerei.

Im Zeitraffer: die Entstehung von Tiefkühllager und Bäckerei.

Immer mehr Pronto-Läden

Die Logistik wird im Detailhandel zum entscheidenden Faktor. Vor allem wegen der kleineren Formate, aber auch der sinkenden Margen – der starke Franken lässt grüssen. Das sind die Gründe, wieso Coop das Verteilzentrum in Schafisheim AG so massiv gebaut hat. Zentrale Produktion und Lagerung von Fleisch, Joghurt und frischem Gemüse ermöglichen die effiziente Belieferung der unterschiedlichen Läden von Coop in allen Ecken der Schweiz. Daniel Hintermann, Leiter Logistik Nordwestschweiz von Coop, sagt: «Die nachgefragte Warenmenge braucht eine gewisse Grösse, damit sich Zentralisierung wirtschaftlich lohnt.»

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