Fotopapierindustrie

Die Liquidität: Ilford Imaging hat erneut finanzielle Schwierigkeiten

Ilford erklärt Zahlungsunfähigkeit (Archiv)

Ilford erklärt Zahlungsunfähigkeit (Archiv)

Der angeschlagene Freiburger Fotopapier-Hersteller Ilford Imaging hat erneut Liquidationsprobleme und kann seinen finanziellen Verpflichtungen nicht mehr in vollem Umfang nachkommen. In einem Brief an das zuständige Gericht hat die Firma ihre Zahlungsunfähigkeit erklärt.

Das Unternehmen lebt von Tag zu Tag wie ein angeschossenes Tier: Der Freiburger Fotopapier-Hersteller Ilford Imaging hat schon wieder Liquiditätsprobleme und kann seinen finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen.

Im Juni hatte Ilford Imaging bereits Liquiditätsprobleme nachdem der damalige Eigentümer, der englische Finanzinvestor Paradigm Global Partners, sich überraschend aus dem Geschäft zurückgezogen hatte.

Mit der Übernahme durch das Management konnte die Konkurseröffnung abgewendet werden.

Der Betrieb mit Sitz in Marly wurde in der Folge von 230 auf 130 Angestellte verkleinert. Zudem verkauften die neuen Besitzer firmeneigene Grundstücke und warben bei allfällig interessierten Partnern um neue Investitionen.

Wie Ilford Imaging nun am Donnerstag mitteilte, konnte bis dato kein neuer Investor gefunden werden. Der letzte Interessent habe sich zu Beginn der Woche zurückgezogen.

Nach den Liquiditätsproblemen im Sommer sei es schwierig gewesen, die Geschäfte wieder aufzunehmen. Viele Kunden hätten begonnen, Produkte von der Konkurrenz zu kaufen, was zu einem Umsatzeinbruch geführt habe.

Preiskampf und tiefe Nachfrage

Die Nachfrage sei in einem schwierigen Umfeld rückläufig und die Hersteller lieferten sich einen Preiskampf.

Ausserdem würden viele Lieferanten Vorauszahlung verlangen. Dies, der Wiederaufbau der Lagerbestände sowie die verspäteten Lohnzahlungen für Juni und Juli hätten einen grossen Mittelbedarf zur Folge gehabt.

Die Restrukturierungsmassnahmen vom August bezeichnet Ilford in der Mitteilung als "notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit mittel- und langfristig zu verbessern". Die Massnahmen griffen bis anhin jedoch nicht und würden erst zu Beginn des Jahres 2014 voll wirksam.

Zurzeit arbeitet Ilford nach eigenen Angaben mit dem Kanton und den zuständigen Behörden zusammen, um die negativen Auswirkungen auf alle beteiligten Parteien zu begrenzen. Bis zum Entscheid des Gerichts über das weitere Vorgehen könnten keine detaillierten Auskünfte erteilt werden.

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