Als sich die Weltwirtschaftskrise im letzten Herbst abzeichnete, reagierte der Aargauische Gewerbeverband und befragte seine Mitglieder. Im Interview mit der AZ Freiamt nimmt die Bremgarter Vertreterin im AGV, Claudia Hoffmann-Burkart, Stellung zur Krise und zum KMU-Barometer.

Hat die Wirtschaftskrise unsere Region bereits erreicht?

Claudia Hoffmann: Ja sicher. Zwar sind wir noch nicht so betroffen wie andere Regionen, die zum Beispiel sehr exportabhängige Unternehmen haben, oder solche, die die Zulieferer zu diesen sind, trotzdem ist die Krise bei uns angekommen.

Das KMU-Barometer ist eine Reaktion auf die Krise. Ist eine solche Umfrage überhaupt repräsentativ?

Hoffmann: Mit der Umfrage wollen wir sehen, wo unsere Mitglieder der Schuh drückt. Auch wenn nicht alle Mitglieder angeschrieben und befragt wurden, ist das Barometer trotzdem repräsentativ, da die Vorstandsmitglieder bei der Beantwortung beteiligt waren. Diese kennen unsere Mitglieder und ihre Anliegen. Im Kelleramt hat sich gezeigt, dass unsere Mitglieder hinter den Einschätzungen des Vorstands stehen.

Wofür werden die erhobenen Daten benötigt?

Hoffmann: Wir wollen sehen, wie sich die Krise im Aargau entwickelt und welche Möglichkeiten es für den AGV gibt, seine Mitglieder zu unterstützen. Dafür wurden auch verschiedene Arbeitsgruppen eingesetzt.

Die Resultate aus dem Bezirk Bremgarten zeigen, dass die Lage unterschiedlich eingeschätzt wird. Wie beurteilen Sie diese Unterschiede?

Hoffmann: Die verschiedenen Situationen haben mit der Massierung von Gewerbegruppen in den Regionen zu tun. Dienstleistungsbetriebe trifft die Krise im Moment stärker, ihr Geschäft ist volatiler als beispielsweise kleine Handwerksbetriebe. Das sind oft kleine Betriebe mit wenig Personal, die bisher noch keine Angestellten entlassen mussten. Vielmehr sind sie nun in der Lage, von Höchstbelastung auf Normalarbeitszeiten zurückzufahren.