Die Prämien steigen 2017 wieder. Schweizweit werden die Krankenkassenprämien durchschnittlich 4,5 Prozent teurer.

Auch in den Kantonen der Nordwestschweiz steigen die Prämien. Im Kanton Aargau erhöht sich die durchschnittliche Standardprämie für Erwachsene um 3,6 Prozent. Ähnlich viel steigt die Krankenkassenprämie im Kanton Zürich. Nämlich um 3,7 Prozent.

Im Kanton Solothurn, sowie im Baselbiet muss die Bevölkerung vergleichsweise am tiefsten in die Tasche greifen. Um ganze 5,8 Prozent steigen dort die Prämien im nächsten Jahr an.

Auch die Baselstädter dürfen ab 2017 ihrer Kasse im Durchschnitt 4 Prozent mehr Prämie abliefern. 

Am grössten ist der Anstieg mit 6,6 Prozent bei den Kinderprämien. Grund dafür sei, dass die Prämien bei den Kindern in den letzten Jahren die Kosten nicht mehr zu decken vermochten, schreibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in einer Mitteilung vom Montag.

In sieben Kantonen (AG, BE, LU, SH, TG, ZG, ZH) liegen die durchschnittlichen Anpassungen der Standardprämien unter 4 Prozent. Personen in elf Kantonen (AI, BL, FR, GE, GL, GR, JU, NE, SO, TI, VS) müssen mit einem Anstieg von über 5 Prozent rechnen.

Grafik: Elia Diehl

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Prämien steigen jährlich

Die Krankenkassenprämien sind seit der Einführung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung im Jahr 1996 jedes Jahr angestiegen, in den letzten zehn Jahren im Schnitt um 3,6 Prozent. Lag die Durchschnittsprämie bei der Einführung noch bei 173 Franken pro Monat, sind es im nächsten Jahr bereits 447 Franken. Das BAG begründet dies mit der demographischen Entwicklung, dem medizinisch-technischen Fortschritt und Mengenwachstum.

Grafik: Elia Diehl

Risikoausgleich könnte sich auswirken

Von etwas mehr Wachstum geht der Internetvergleichsdienst bonus.ch aus. Er rechnet für 2017 mit einer durchschnittlichen Erhöhung der Prämien um 6,5 Prozent. Für Erwachsene mit einer Franchise von 300 Franken dürfte es etwas weniger sein, nämlich 5 bis 6 Prozent.

Zu beachten sei, dass die Anpassung des Risikoausgleichsmechanismus sich negativ auf manche Prämien auswirken werde, schrieb bonus.ch. Der Vergleichsdienst geht davon aus, dass über 20 Prozent der über 200'000 veröffentlichten Krankenkassenprämien mehr als 10 Prozent erhöht werden.

Die Kosten für ambulante Behandlungen stiegen im vergangenen Jahr um 3,9 Prozent pro versicherte Person. Im ersten Halbjahr 2016 kamen weitere 4,3 Prozent hinzu, wie santésuisse Mitte September mitteilte.

Steigende Gesundheitskosten

Das grösste Kostenwachstum verzeichneten 2015 die ambulanten Arztkosten mit 5,7 Prozent. Die Kosten für ambulante Behandlungen im Spital nahmen um 3,2 Prozent zu. Diese Kosten tragen die Krankenkassen alleine. Die von den Kantonen mitfinanzieren Kosten im stationären Bereich der Spitäler stiegen lediglich um 1,9 Prozent.

Grafik: Elia Diehl

Der Krankenkassenverband führt das Kostenwachstum im ambulanten Arzt- und Spitalbereich auf die Mengenausweitung zurück. Bei den Medikamenten dagegen gaben fehlende Regelungen für tiefere Generikapreise den Ausschlag.

Grafik: Elia Diehl

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(sda/nch)