Cebit

Die IT boomt, doch die Cebit steckt in der Krise

Faszination Computer: Die neue Hard- und Software soll unter anderem auch kinderfreundlicher werden.

Messe in der Krise, die IT boomt

Faszination Computer: Die neue Hard- und Software soll unter anderem auch kinderfreundlicher werden.

Wer wissen will, was in der Computerindustrie los ist, muss im März nach Hannover zur Cebit pilgern – so war es früher. Bei der Cebit 2010 stehen die Hallen zur Hälfte leer.

Claus-Peter Tiemann, ap

Heute steckt die Messe in der tiefsten Krise ihrer 24-jährigen Geschichte. Immer weniger Aussteller, immer weniger Besucher, immer weniger vermietete Hallen. 2011 aber will die Messe mit einem alten Erfolgsrezept reagieren und wieder mehr Privatleute und User anziehen. Diese Gruppe war einst mit einer happigen Erhöhung der Eintrittspreise vergrault worden, damit die Computermanager ungestört ihre Geschäfte machen konnten.

1986 wurde die Cebit gegründet. Inzwischen ist sie mit 4157 Ausstellern und 184'000 Quadratmetern auf das Niveau des Jahres 1990 zurückgefallen. In guten Jahren, wie 2005, waren es 6200 Aussteller und 310'000 Quadratmeter. Die Besucherzahl brach auf zuletzt 400'000 ein, nach fast 800'000 in den besten Jahren.

Warum eigentlich in Deutschland?

Die Cebit hat mehrere Probleme. Vor allem aber haben spezialisierte Messen viel Geschäft weggenommen: Die Handy-Branche trifft sich zum Mobile World Congress in Barcelona, die Unterhaltungselektronik zur CES in Las Vegas, Trendsetter Apple hat eigene Veranstaltungen, die deutsche Messe für Unterhaltungselektronik ist die IFA in Berlin. Zwar sind Google, Amazon, AMD, Ericsson, Motorola oder Telefónica 2010 wieder gekommen. Nicht gekommen sind aber: Apple, Nokia, Toshiba, Navteq und viele mehr. Und Trendsetter wie Twitter, Facebook oder Youtube haben auch kein Interesse an der Cebit.

«Connected Worlds»

Die Cebit in Hannover hat die wachsende Vernetzung aller Lebens- und Arbeitsbereiche unter dem Begriff «Connected Worlds» zum Leitthema erklärt. Zahlreiche Unternehmen zeigen ihre Technologien und Produkte, die die Vernetzung von Informationsflüssen in alle Lebensbereiche hinweg voranbringen. Neue Technologien haben zu einem radikalen Wandel in der Kommunikation geführt und werden heute auch immer selbstverständlicher in Unternehmen eingesetzt.

«Cloud» wird IT-Welt verändern

Das so genannte Cloud Computing ist eines der wichtigsten Themen. Statt auf eigenen Rechnern und Serverparks werden dabei Daten und Dokumente im Internet vorgehalten und gespeichert. Vor allem der steigende Kostendruck hat viele Unternehmen dazu gebracht, auf solche Lösungen zu setzen. Mit Cloud-Anwendungen können Ausgaben in Infrastruktur eingespart werden, zugleich ermöglichen sie auch eine bessere Zusammenarbeit im Unternehmen. Bis zu 30 Prozent der Kosten könnten durch solche Dienste in grossen Unternehmen eingespart werden. Software und Service-Angebote über das Internet (Cloud Computing) gehören nach Einschätzung von Microsoft zu einer der wichtigsten Entwicklungen in der IT-Branche. «Das Cloud Computing wird die Welt ähnlich verändern wie damals die Einführung des Personalcomputer», sagte Microsoft-Deutschlandchef Achim Berg kurz vor Beginn der Cebit.

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