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Die Erwartungen an den künftigen Novartis-Chef Vas Narasimhan sind hoch

Indische Wurzeln: Vas Narasimhan.

Indische Wurzeln: Vas Narasimhan.

Vas Narasimhan ist erst 41. Er soll eine Phase des Wachstums einläuten. Gefordert sind nun die hoch bezahlten Forscherteams.

Allzu oft kommt es nicht vor, dass in einem Konzern der Nachfolger eines scheidenden CEO aus den Reihen des eigenen Topmanagements kommt. Gerade, wenn dem Abtretenden möglicherweise nicht immer alles so gelungen ist, wie der Verwaltungsrat es sich gewünscht hätte. Doch wer Vasant «Vas» Narasimhan auch nur etwas kennt, weiss, dass sein Blick auf den Konzern durchaus kritisch ist. Beiläufig erwähnte er am Rande einer Veranstaltung, dass Vertrieb und Marketing bei Novartis nicht auf der Höhe der Zeit seien und dass hier ein grosses Sparpotenzial bestehe.

Vas, der 2005 zu Novartis stiess und seit 1. Februar 2016 Chef-Medikament-Entwickler und medizinischer Leiter ist, weiss auch, dass die Novartis-Forschung gemessen an den Resultaten sehr teuer ist. Laut einem Pharma-Branchenkenner soll Novartis in den USA in der Forschergemeinde einen, freundlich ausgedrückt, schlechten Ruf haben. Ausserdem seien einige Medikamente zu spät auf den Markt gekommen.

«Während in der Entwicklung der zielgerichteten Krebstherapie Novartis mit Kinasen vor rund 15 Jahren noch weit vorne, wenn nicht bestimmend gewesen war, sind andere Konzerne an Novartis vorbeigezogen», sagt Börsenanalyst Michael Nawrath von der Zürcher Kantonalbank. Nawrath ist überzeugt, dass mit der Konzentration der Forschungs- und vor allem der klinischen Entwicklungsleitung in Basel auch die Novartis-Forschungseinheit in Boston mit straffen Zügeln geführt werde.

Seit fünf Jahren in Basel

Die Erwartungen an Narasimhan, der an der Harvard Medical School Medizin studierte, sind gross. Der Vater zweier Kinder, der seit fünf Jahren in Basel wohnt, werde jetzt Novartis in eine Phase des Wachstums führen, sagte Noch-Konzernchef Joe Jimenez an einer Telefonkonferenz. «Ein Chef sollte von Anfang an Teil dieser neuen Phase sein.»

Wachstum, das heisst unter anderem, dass die in der Entwicklung stehenden Medikamente erfolgreich und rascher als zuvor auf den Markt gebracht werden. Die Geschwindigkeit ist matchentscheidend: Novartis muss erstens rascher als die Konkurrenz sein. Und zweitens bedeutet ein rascher Markteintritt, dass Novartis länger vom Patentschutz profitieren kann. Sicherlich wird Narasimhan die Digitalisierung der Firma vorantreiben.

Was ist darunter zu verstehen? Beispielsweise könnten klinische Studien digital unterstützt werden. Konkret bedeutet das, dass Patienten künftig mittels Instrumenten wie medizinischen Versionen von Smartwatches, digitalen Waagen oder Smartphone-Apps ihren Gesundheitszustand während einer Studie vermehrt von zu Hause aus überwachen können. Das senke die Zahl der Besuche in klinischen Studienzentren.

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