Luxusgüter

Die Champagnerlaune war von kurzer Dauer

Die Rüttelgestelle in den Champagnerkellern sind immer noch voller Flaschen.

Die Rüttelgestelle in den Champagnerkellern sind immer noch voller Flaschen.

2010 knallten die Champagnerkorken wie selten zuvor: Der Absatz des Edelschaumweins stieg stark an. Es war aber nur ein Zwischenhoch.

330 Millionen Flaschen setzte die Champagnerindustrie im vergangenen Jahr ab, wie das Branchenkomitee CIVC verlauten liess. Das war fast so viel wie der historische Rekord von 2007, als die Korken 339 millionenfach knallten.

Danach brach bekanntlich die erste Finanzkrise aus: 2008 und 2009 setzte es beim Champagnerkonsum einen Einbruch um fünf und dann um neun Prozent ab. Erst 2010 kam es wieder zu einer Zunahme um 8,9 Prozent. Das brachte der Champagnerindustrie im Jahre 2011 gut 4,1 Milliarden Euro an Einnahmen ein, wie das CIVC mitteilt.

Marken aus der Champagne

An sich war 2011 für die Europäer kein Festjahr; der positive Abschluss geht denn auch vor allem auf Kosten der aufstrebenden Märkte China, Russland und Brasilien. Dort ist heute kein Billigschaumwein mehr gefragt, sondern das Markenprodukt aus der Champagne-Gegend östlich von Paris. Zunahmen gab es auch in den USA und Australien. In der Schweiz gab es eine Abnahme von 1,2 Prozent, doch schliesst diese Zahl erst die ersten acht Monate von 2011 ein und berücksichtigt die Feiertagsverkäufe noch nicht.

Insofern bildete der Champagnerkonsum das Bild der Weltwirtschaft ziemlich genau ab; im Unterschied etwa zu den Spirituosen und harten Alkoholika, deren Konsum bisweilen auch in Rezessionszeiten ansteigt – gerade weil Krise herrscht. Ausserdem zeigt der Konsum des Nobelsprudels, dass die Einkommensschere gerade in Schwellenländern immer mehr auseinanderklafft.

Europäer trinken weniger

Und 2012? Die grossen Champagner-Konzerne wie LVMH – mit Marken wie Moët&Chandon, Krug, Dom Pérignon, Veuve Clicquot, Ruinard – rechnen mit einer Zunahme um zwei Prozent. Das dürfte sich aber auch den Neureichen in den aufstrebenden Märkten verdanken. Ansonsten sind die Schampus-Winzer eher skeptisch.

Vor allem bei europäischen Stammkunden rechnen sie mit teilweise starken Einbrüchen. Die Champagnerlaune hält eben nie sehr lange an.

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