Börsen-Blog
Die Börsenparty ist vorbei: Bei Electronic Arts heisst es weg von der Sonne

Das Zocken beim amerikanischen Game-Produzenten ist zu Ende. Die Börsenparty ist vorüber, denn beim aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis müssen Sie den Abflug vollziehen.

François Bloch
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Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Wochenende» übernimmt keine Verantwortung.

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Wochenende» übernimmt keine Verantwortung.

Marco Ratschiller

> Jetzt kann sich der Aargauer Treuhänder an bester Lage beruhigt zurücklehnen: Der amerikanische Spielehersteller Electronic Arts (Börsensymbol: EA) hat einen neuen Rekordstand an der Nasdaq erreicht: +55,4 Prozent innert zwölf Monaten. Ihr Durchhaltewillen wurde damit belohnt: Der US-Gigant ist nun erstmals überbewertet.

Jetzt müssen Sie konsequent sein: Die Börsenparty ist vorüber, denn bei einem aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 34 müssen Sie den Abflug vollziehen. Das Aufwärtspotenzial ist nur noch gering. Aufgepasst, dass nicht noch das «Ikarus»-Prinzip an der Börse in Kraft tritt. (Abstossen unter allen Umständen)

> Der Kampf ist zu Ende: Nehmen Sie die Gewinne bei Bucher Industries (Börsensymbol: BUCN), nachdem der Spezialist für Landmaschinen aus Niederweningen mit einem Zuwachs von 59 Prozent innert eines Jahres den höchsten Ansprüchen meiner Leserschaft in Sachen Performance gerecht wurde.

Vergessen sind die Zeiten, als im Frühling 2017 eine Schlammschlacht losgetreten wurde um den Titel. Heute darf meine Leserschaft die Früchte ihrer Standfestigkeit mit mehr als gutem Gewissen ins Trockene bringen. Stossen Sie die Papiere jetzt ab: Die Börsenparty ist vorüber. (Abstossen unter allen Umständen)

> Das Warten hat ein erfreuliches Ende für Sie: Der amerikanische Getränkehersteller Dr Pepper Snapple Group (Börsensymbol: DPS) wird von der Börse genommen. Damit können Sie auch bei dieser Investition einen grossen Gewinn verbuchen, nachdem der 20-Milliarden-Dollar-Titel über Jahre in einer Seitwärtsposition verharrte und ich mit dezidierten Durchhalteparolen meine Leserschaft davon abhalten musste, die Titel nur mit minimalem Gewinn zu veräussern.

Mit einem Zuwachs von 30 Prozent innert der letzten zwölf Monate können Sie nun die Titel veräussern. Eine deutsche Industriellenfamilie hat erst vor kurzem ein Angebot der Extraklasse auf den Tisch gelegt, welches derart umwerfend für den Getränkehersteller ist, dass ein Nein einen Blödsinn erster Güte darstellen würde. (Abstossen unter allen Umständen)

> Auch der Verkauf der defizitären Produktionsstätten in Nordamerika sorgt nicht für die notwendige Entspannung beim Lebensmittelhersteller Aryzta (Börsensymbol: ARYN): Mit einem Wochenminus von nahezu 6 Prozent wird die Talfahrt nochmals zusätzlich beschleunigt. Hier gilt es, auf keinen Fall schon zum jetzigen Zeitpunkt auf eine Gegenbewegung nach oben zu spekulieren. Schade, denn der Sektor würde mir im Grunde sehr gut gefallen.

Nach einer vertieften Bilanzanalyse kann bei Aryzta aber weiterhin kein grünes Licht erteilt werden. Haben Sie einfach Verständnis: Eine solche Spekulation, basierend auf dem Prinzip Hoffnung, darf nicht Ihre Anlagemaxime sein. Ihr hart verdientes Geld hat Besseres verdient. (Hände weg)

> Ich verneige mich vor David Dean, welcher den Zuger Schraubenproduzenten Bossard Holding (Börsensymbol: BOSN) als CEO in eine ganz neue Dimension hinaufkatapultiert hat. In Bälde wird er von einem Vertreter der Besitzerfamilie an der Spitze abgelöst. Mit einer Performance von +249,4 Prozent innert der letzten fünf Jahre zählen Sie zu den ganz grossen Siegern. Und manche Leserinnen und Leser, welche noch früher auf diesen Wert gesetzt haben, dürfen heute einen noch grösseren Reibach verbuchen.

Dies, weil ich die Reinvestition der Dividende in neue Papiere in der Berechnung geflissentlich ausgelassen habe. Der Swiss Performance Index hat innert der letzten fünf Jahre nur um 58 Prozent an Wert zugenommen. Damit ist die ausserordentliche Qualität dieser Anlageempfehlung auf eindrückliche Weise unter Beweis gestellt. (Abstossen wegen des Chefwechsels beim Schraubenhersteller)

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