Märkte

Die Börsen verzeichnen einen schwarzen Tag

Ängste vor einer Rezession und einer weiteren Eskalation der Schuldenkrise haben die Börsen am Montag erneut auf eine steile Talfahrt geschickt. Der Swiss Market Index (SMI) der Schweizer Börsenschwergewichte schloss um 4 Prozent tiefer.

Der Swiss Performance Index (SPI), der den breiten Markt widerspiegelt, verlor ebenfalls 4 Prozent. Der deutsche Leitindex DAX stürzte gar um bis zu 5,9 Prozent ab. Auch die Börsen in Paris und Mailand tauchten um über 5 Prozent, an der Londoner Börse ging der FTSE um mehr als 3 Prozent nach unten.

Die US-Börsen blieben wegen des "Labor Day"-Feiertags geschlossen. Sie hatten am Freitag, nach der Vorlage enttäuschender Arbeitsmarktdaten und Konjunkturaussichten der US-Regierung deutlich nachgegeben.

EZB verdoppelt Bondkäufe

In Europa verwiesen Händler zudem auf die weiter grassierende Schuldenkrise: die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre umstrittenen Käufe von Staatsanleihen überraschend verdoppelt. Sie erwarb in der vergangenen Woche Papiere angeschlagener Euro-Staaten im Wert von 13,3 Mrd. Euro. Seit Mai 2010 hat sie damit Bonds im Gesamtwert von 129 Mrd. Euro gekauft.

Auf der Suche nach sicheren Anlagen flüchteten viele Anleger wieder in den Franken und ins Gold, das zwischenzeitlich pro Unze über 1900 Dollar kostete. Damit war das am 23. August erreichte Rekordhoch von 1911 Dollar in Sichtweite.

Franken erneut stärker

Auch der Franken war gefragt. Die Schweizer Währung erstarkte gegenüber dem Euro um knapp 2 Rappen bis auf rund 1,102 Franken. Am Abend kostete ein Euro 1,1063 Franken. Der Dollar fiel von 79,0 auf rund 78,5 Rappen.

Bei den Schweizer Aktien gerieten insbesondere Bankentitel unter Druck. So tauchte der Aktienkurs der Grossbank Credit Suisse um 8,1 Prozent. Aber auch Julius Bär (-6,9 Prozent) und UBS (-6,5 Prozent) gaben markant nach.

Die US-Regierung hat 17 internationale Grossbanken, darunter die CS, wegen unlauteren Hypothekengeschäften auf Schadenersatz in Milliardenhöhe verklagt. Laut Zeitungsberichten setzte sie zudem mehreren Schweizer Banken bei der Auslieferung von Kundendaten ein Ultimatum bis Dienstag, danach sollen strafrechtliche Schritte eingeleitet werden.

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