Schweiz

Die «Amis» haben uns immer noch lieb

Laut einer Studie im Auftrag des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und Präsenz Schweiz ist das Image der Schweiz in den USA immer noch gut. Trotz der UBS-Steueraffäre scheint dieses keinen Schaden genommen zu haben. Gute Noten erhält die Schweiz bei den Themen «politisch stabil» und «hohes Bildungs- und Forschungsniveau».

Das Image der Schweiz in den USA hat gemäss einer Studie im Auftrag des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und Präsenz Schweiz unter den jüngsten Ereignissen im Finanzbereich und der UBS-Steueraffäre keinen bedeutenden Schaden erlitten.

Es seien aber konsequente Anstrengungen erforderlich, um das Steueroasen-Image zu bekämpfen.

Die 2009 durchgeführte Studie im Aufrag des Eidgenössischen Departementes für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und von Präsenz Schweiz ist die zweite seit dem Jahr 2000 und setzt einen Schwerpunkt bei der Wahrnehmung des Schweizer Finanzplatzes. Befragt wurden 1.000 Personen aus der Bevölkerung sowie 400 Meinungsführer wie Professoren, Medienschaffende, Politiker und «Think Tanks».

Insgesamt hat sich laut den am Freitag veröffentlichen Ergebnissen gezeigt, dass das Image der Schweiz in den USA nach wie vor gut ist. Sehr gute Noten erhielt die Schweiz bei den Themenblöcken «Ist politisch stabil», «Kümmert sich um eine intakte Umwelt» und «hat ein hohes Bildungs- und Forschungsniveau».

Deutlich kritischer wurden dagegen die Fragekomplexe «Ist bekannt für moralisches und verantwortungsbewusstes Handeln» und «Ist auch in Zeiten der weltweiten Finanzkrise eine positive Kraft» beurteilt, und zwar sowohl absolut als auch relativ im Vergleich mit der Niederlande und Grossbritannien (UK).

Im Zusammenhang mit den Stichworten Banken und Finanzen steht die Schweiz bei der amerikanischen Bevölkerung klar an erster Stelle, bei den Opinion Leadern direkt hinter den UK. Noch deutlicher sind die Assoziationen zum Stichwort «Tax Haven». 55 Prozent der befragten Bevölkerung und 65 Prozent der Opinion Leaders assoziieren bei diesem Begriff direkt die Schweiz. Dahinter folgen mit deutlichem Abstand nur noch die Cayman Inseln.

Diese spontane Assoziation zwischen «Tax Haven» und der Schweiz scheine das Vertrauen in den Finanzplatz Schweiz aber nicht zu beeinträchtigen, erzielte die Schweiz bei der Frage nach dem Vertrauen in die Finanzplätze verschiedener Länder doch das insgesamt beste Ergebnis - vor UK, Singapur und den USA. Allerdings steht diesem Ergebnis auch die Tatsache gegenüber, dass sowohl die Bevölkerung als auch die Opinion Leaders der Meinung sind, dass die Schweizer Regierung - im Vergleich zu den anderen Regierungen - nicht genügend Massnahmen zur Bekämpfung internationaler Steueroasen ergiffen hat.

Zusammenfassend lasse sich sagen, dass die UBS-Steueraffäre das Image des Finanzplatzes Schweiz in den USA nicht erheblich beeinträchtigt habe, dass aber dennoch konsequente Anstrengungen erforderlich seien, um dieses Steueroasen-Image zu bekämpfen und um die von der Schweiz ergriffenen Massnahmen zu erklären. (sda/skh)

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