«Die Alu ist wichtig»

Alu-Mitarbeiter: Erlebte, wie sich Personalpolitik wandelte.

Alu-Mitarbeiter

Alu-Mitarbeiter: Erlebte, wie sich Personalpolitik wandelte.

«In der Personalpolitik wurde gesündigt», sagt der Alu-Mitarbeiter. Nach der Wirtschaftskrise werde sich die Alu aber wieder erholen.

Aline Wüst

Der Alu-Mitarbeiter wollte nach dem Gespräch nicht mehr, dass sein Name und sein Foto in der Zeitung veröffentlich werden. Seine Aussagen seien zwar alle korrekt, aber er war verunsichert, ob er das der Öffentlichkeit mitteilen sollte. Daher ist dieses Porträt anonymisiert.

Das Werk, wo der Alu-Arbeiter früher arbeitete, gibt es nicht mehr. Sie hätten dort das Know-how gehabt und Produkte hergestellt, die konkurrenzlos waren. «Der Verkauf hat nicht gemerkt, dass man viel mehr Geld verlangen könnte für diese Spezialprodukte, welche die Konkurrenz nicht herstellen konnte.»

So rentierte dieses Werk eines Tages nicht mehr und wurde geschlossen. Heute arbeitet er in einer anderen Abteilung. Die Kommunikation innerhalb der Alu sei mangelhaft, sagt der Mitarbeiter. Er könnte besser arbeiten, wenn der Kommunikationsfluss besser wäre, sagt er.

Zuverlässige Arbeiter fehlen

«Früher hatten wir gute, zuverlässige Arbeiter, aber die Geschäftsleitung hat zu wenig zu den Leuten geschaut.» Er kenne einen Hilfsarbeiter, der seinen Job gut machte und nie krank war. Ihm wurde gekündigt, weil seine Lohnkosten zu hoch waren. Das sei ein bisschen die Personalpolitik der Alu: Sie denken sich, auf der Strasse gibt es noch viele günstige Leute.

So entliessen sie Arbeiter, wenn es nicht gut lief, und stellten Temporäre ein, wenn es Arbeit gab. «Manchmal hatten wir pro Woche bis zu drei Temporäre», sagt der Alu-Mitarbeiter. Denen müsse man alles erklären und in dieser Zeit sei der Produktionsfluss nicht gewährleistet.

Dieses Problem werde auch in Zukunft wieder auf die Alu zukommen, wenn die Wirtschaftskrise ausgestanden sei. Denn die Spezialprodukte, die von der Alu hergestellt werden, könne die Konkurrenz noch nicht liefern. Die Alu sei besonders hart von der Wirtschaftskrise getroffen worden, weil sie sehr exportorientiert sei und daher stark vom Ausland abhängig.

Der Alu verpflichtet

Als es zu den Kündigungen kam, schlug die Geschäftsleitung den Mitarbeitern vor, freiwillig das Pensum zu reduzieren. Der Alu-Arbeiter machte davon Gebrauch, da er sonst noch sehr aktiv sei und nun seine Zeit vermehrt dafür einsetzten könne.

An die Zukunft der Alu glaube er. Momentan fliehe die Geschäftleitung zwar vor den hohen Lohnkosten der Schweiz ins Ausland. Aber er könne sich vorstellen, dass die ausgelagerten Werke eines Tages wieder in die Schweiz zurückkehrten. «In der Schweiz kann Qualität hergestellt werden, zudem ist die Zuverlässigkeit im Ausland geringer.»

Der Mitarbeiter ist ein ehrgeiziger Typ, er fühlt sich der Alu verpflichtet. «Die Alu ist wichtig für das Wynental. Viele Menschen leben von der Fabrik», sagt er.

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