Schuldenkrise

Deutschland und Frankreich wollen Euro dauerhaft sichern

Gemeinsamer Auftritt der beiden Aussenminister in Berlin

Gemeinsamer Auftritt der beiden Aussenminister in Berlin

Die EU-Staaten verhandeln hinter den Kulissen mit Hochdruck über eine dauerhafte Lösung der Euro-Krise. Deutschland und Frankreich drängen dabei auf eine Einbeziehung der privaten Gläubiger bei künftigen Krisen.

"Wir wollen einen Euro, der durch ein wetterfestes Regelwerk dauerhaft vor Turbulenzen geschützt ist", sagte der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle am Donnerstag in Berlin nach einem Treffen mit seiner französischen Amtskollegin Michele Alliot-Marie.

Bundeskanzlerin Angela Merkel telefonierte am Abend zudem mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. Die beiden seien sich einig darüber, dass die Verhandlungen über Hilfen für Irland rasch abgeschlossen werden müssten, teilte ein deutscher Regierungssprecher nach dem Telefonat mit.

Merkel und Sarkozy seien beeindruckt vom Sanierungsprogramm der irischen Regierung. Beide hätten bekräftigt, dass die aktuellen Euro-Rettungspakete nicht geändert werden sollten.

Der EU-Gipfel hatte sich im Oktober darauf verständigt, nach 2013 einen dauerhaften Mechanismus zur Abwehr von Krisen dieser Art zu installieren. Die Details sollen bis zum nächsten Gipfel im Dezember geklärt werden.

Spekulationen um Portugal

Die "Welt" und das "Wall Street Journal" berichteten unterdessen ohne Nennung von Quellen, in der EU-Kommission werde eine Verdoppelung des Euro-Rettungsschirms diskutiert. Dies wurde von der EU-Kommission allerdings umgehend dementiert.

Der Fonds hat ein Volumen von insgesamt 750 Mrd. Euro. Die Euro-Staaten kommen für 440 Mrd. Euro auf, der Anteil der EU-Kommission beträgt 60 Mrd. Euro. Weitere 250 Mrd. Euro stellt der Internationale Währungsfonds. Der Fonds läuft noch bis 2013.

Bislang macht Irland als einziger Euro-Staat davon Gebrauch. Als nächster Kandidat wird aber bereits Portugal gehandelt. Für das hoch verschuldete Griechenland war vor Bildung des Euro-Rettungsschirms ein eigener Fonds aufgelegt worden.

Experten gehen davon aus, dass die Mittel reichen, falls Portugal um Unterstützung bitten muss. Selbst wenn Spanien um Hilfe ersuche, werde der Fonds nicht vollständig ausgereizt, sagte Commerzbank-Experte David Schnautz.

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