CDU-Kanzlerin Angela Merkel hatte sich nach der Reaktorkatastrophe in Japan zu einer Kehrtwende in der Atompolitik entschlossen. Die Regierung will die seitdem abgeschalteten ältesten Atommeiler nicht wieder in Betrieb nehmen.

Eines soll aber möglicherweise als Reserve für Stromengpässe bereitgehalten werden. Die anderen neun Atomkraftwerke des Landes sollen stufenweise in den nächsten elf Jahren stillgelegt werden.

Noch im vergangenen Jahr hatte die christlich-liberale Regierung die Laufzeiten der Atomkraftwerke um durchschnittlich zwölf Jahre verlängert. Der letzte Meiler wäre demnach nicht vor 2036 vom Netz gegangen.

Atomkonzern-Klagen nicht ausgeschlossen

Bereits bis 8. Juli sollen die neuen Gesetze Bundestag und Bundesrat passieren. Die Atomkonzerne schliessen Klagen gegen die Neuregelung nicht aus.

Die Regierung will mit dem schrittweisen Atom-Ausstieg einen Wandel hin zu einer immer stärkeren Versorgung mit erneuerbaren Energien einleiten. Hier sind aber noch viele Fragen offen. So fehlen hunderte Kilometer an Strom-Trassen, etwa um Windstrom von der Küste in den Süden zu transportieren.