Da die Konsumentenpreise ebenfalls um 2,3 Prozent anzogen, wurden die Lohnerhöhungen von der Inflation komplett aufgezehrt. Schlechter entwickelten sich die Reallöhne zuletzt Ende 2009, als sie um 0,4 Prozent schrumpften. Danach stiegen sie sieben Quartale in Folge.

In einigen Branchen verdienten die Beschäftigten aber auch nach Abzug der Teuerung deutlich mehr Geld. In der Autoindustrie zogen die Bruttomonatsverdienste um 8,3 Prozent an, im Maschinenbau um 6,1 Prozent sowie in der Chemie- und Metallindustrie um 5,2 Prozent.

Dagegen verloren die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst an Kaufkraft: In der Öffentlichen Verwaltung (+2,0%) und im Bereich Erziehung und Unterricht (+0,6%) stiegen die Verdienste deutlich langsamer als die Preise.

Im Schnitt lag der Jahresverdienst vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer bei 43'929 Euro. "Bei diesem arithmetischen Mittelwert ist zu beachten, dass rund zwei Drittel der Beschäftigten einen Verdienst unterhalb dieses Mittelwertes haben und nur rund ein Drittel darüber liegt", schrieben die Statistiker.

Die höchsten Durchschnittsverdienste erhielten die Beschäftigten bei Banken und Versicherungen mit 62'823 Euro. Am wenigsten erhielten die Mitarbeiter im Gastgewerbe mit 24'544 Euro.

Trotz des schwachen Jahresabschlusses zogen die Reallöhne 2011 um 1,1 Prozent an. 2010 hatte es noch ein Plus von 1,5 Prozent gegeben. Während die Löhne um 3,4 Prozent zulegten, zogen die Konsumentenpreise wegen teurer Energie mit 2,3 Prozent mehr als doppelt so stark an wie 2010.