Bank J. Safra Sarasin
Deutsche Promis planen Sammelklage gegen Bank Sarasin

Per Inserat ruft ein deutscher Rechtsanwalt in Schweizer Zeitungen zu einer Aktion gegen die Bank J. Safra Sarasin auf. Die «prominenten Geschädigten» werfen dem Basler Finanzinstitut vor, falsch beraten worden zu sein.

Marc Fischer
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Sarasin-Geschädigte Carsten Maschmeyer und Veronica Ferres.

Sarasin-Geschädigte Carsten Maschmeyer und Veronica Ferres.

Keystone

Per Inserat ruft ein deutscher Rechtsanwalt in Schweizer Zeitungen zu einer konzertierten Aktion gegen die Basler Bank J. Safra Sarasin auf. «Wir wollen dadurch erreichen, dass eine möglichst grosse Gruppe gleichermassen Betroffener einheitlich und abgestimmt vorgeht», heisst es im Inserat, das gestern auch in dieser Zeitung abgedruckt wurde.

Hinter dem Inserat steht die Anwaltskanzlei Bruse & Jacob in Leipzig. Andreas Bruse zeigte sich auf Anfrage verschwiegen: «Meine Auftraggeber wollen unbekannt bleiben. Ich kann derzeit auch noch nicht sagen, wie gross unsere Gruppe wird, da wir erst heute mit der Arbeit begonnen haben.»

Klar ist einzig, dass es sich bei den Auftraggebern um «prominente Geschädigte» handelt, wie es im Inserat heisst. Anfang April hatten der deutsche Finanzinvestor Carsten Maschmeyer und der sogenannte Drogeriekönig Erwin Müller gegen die Basler Bank Strafanzeige eingereicht. Sie werfen der Bank vor, dass sie falsch beraten wurden, weil man ihnen steueroptimierte Produkte empfohlen hatte, die unter dem Verdacht der Steuerhinterziehung stehen. Zudem haben sie hohe Millionenbeträge mit den Produkten verloren.

50 Kunden betroffen

Wie eine Sprecherin von Maschmeyer sagte, stehe der deutsche Promi-Investor aber nicht hinter dem Aufruf. Dieses Dementi darf aber angezweifelt werden. Denn gegenüber dem «Handelsblatt» sagte Maschmeyer vor zwei Tagen: «Die Anwälte der Geschädigten arbeiten jetzt in dem Fall zusammen und tauschen Dokumente aus.» Es ginge um ein Anlagevolumen von rund 300 Millionen Euro, verteilt auf rund 50 Kunden.

Bekannt ist, dass sich neben Maschmeyer auch dessen Lebensgefährtin und Schauspielerin Veronica Ferres, der HSV-Trainer Mirco Slomka, der Promianwalt Matthias Prinz und der Fussball-Manager Clemens Tönnies (Schalke 04) zu den Geschädigten zählen.

Die Bank sagte gestern auf Anfrage, dass man besorgt über die jüngst in den Medien geäusserten Vorwürfe sei. Sie seien auf Entscheidungen und Handlungen zurückzuführen, zu deren Zeitpunkt die Bank Sarasin durch den Mehrheitseigner Rabobank kontrolliert wurde. Heute hat dagegen die brasilianische Unternehmerfamilie Safra das Sagen. «Aufgrund des Bankgeheimnisses und der uns obliegenden Vertraulichkeit gegenüber Kunden ist es uns nicht möglich, eine öffentliche Erklärung abzugeben», so eine Sprecherin der Bank.

Dies würden einige Beteiligte und ihre Anwälte ausnutzen. Die Bank J. Safra Sarasin bedauert dies umso mehr, als ihr Schweigen als Schuldeingeständnis aufgefasst werden könnte. «Das ist es aber nicht», versicherte gestern die Sprecherin der Bank.

Vor allem Carsten Maschmeyer ist eine kontroverse Gestalt. «Er hat mit dem von ihm gegründeten Finanzdienstleister AWD zu viele Leute reingelegt, ich würde ihn nie als Mandant akzeptieren», sagt ein Zürcher Rechtsanwalt.

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