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Der WEF-Hotelier Aschi Wyrsch hört auf

Der Direktor des Grandhotels Steigenberger Belvédère in Davos, Ernst «Aschi» Wyrsch hört auf. Nach 15 erfolgreichen Jahren gibt er die Leitung des Davoser Fünfsterne-Hotels ab. Gestern hat er seine Kündigung abgeschickt.

toni widmer
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Hotelier Ernst «Aschi» Wyrsch mit Bundesätin Doris Leuthard Bilder: Marcel Giger
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Mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel
Der WEF-Hotelier hat genug
Zusammen mit dem ehemaligen britischen Premier Gordon Brwon

Hotelier Ernst «Aschi» Wyrsch mit Bundesätin Doris Leuthard Bilder: Marcel Giger

Überraschung im Davoser «Steigenberger Belvédère»: Ernst Wyrsch und Gattin Sylvia, bei denen sich am WEF (Weltwirtschaftsforum) eben noch die Prominenz aus aller Welt einmal mehr die Klinke in die Hand gege-ben hatte, ziehen sich nach 15 erfolgreichen Jahren aus der Leitung des Grandhotels zurück.

Der Grund für die Kündigung, die Ernst «Aschi» Wyrsch gestern eingereicht hat, hängt mit seinem 50.Geburtstag zusammen, den er am 2. April feiern kann. Der wohl bekannteste Schweizer Hotelier will sich für seinen letzten beruflichen Lebensabschnitt noch einmal neu ausrichten. Er wird sich als Dozent und Experte der St.Galler Business School Vorträgen zu den Themenbereichen Leadership, Führung, Motivation und Glück widmen. Weiter plant Wyrsch, zusätzlich zu seinem aktuellen Verwaltungsratsmandat im Arosa Kulm Hotel, drei bis vier weitere Mandate im Dienstleistungssektor anzunehmen.

Umsatz mehr als verdoppelt

Ernst Wyrsch und Gattin Sylvia können auf eine höchst erfolgreiche Zeit im «Steigenberger Belvédère» zurückblicken. Als sie das Fünfsternhotel 1996 übernahmen, wies das «Belvédère» einen Umsatz von 6,8 Millionen Franken aus und rangierte damit unter den rund sechs Dutzend Steigenberger-Hotelbetrieben an zweitletzter Stelle. Mittlerweile ist es das rentabelste Ferienhotel des Unternehmens und mit einem Jahresumsatz von inzwischen regelmässig über 15 Millionen Franken in die Top-Hotels der Gruppe aufgestiegen.

Mit dazu beigetragen hat insbesondere auch das WEF. Während diesem konnte das Belvédère dieses Jahr erneut einen Rekordumsatz erzielen. Auch die Jahresbilanz 2010 lässt sich sehen. Zwar musste aufgrund der allgemeinen Wirtschaftsflaute wie erwartet ein kleiner Umsatzrückgang hingenommen werden. Mit einer Betriebsmarge von über 30 Prozent erzielte das Davoser Grandhotel aber nach wie vor einen Spitzenwert im Vergleich mit den anderen Schweizer Ferienhotels.

Ernst Wyrsch hat Bill Clinton die Hand geschüttelt und diesem, als er als amtierender US-Präsident zum ersten Mal sehr kurzfristig das WEF besuchte, kurzerhand seine Privatwohnung als Logis überlassen. Der im «Sternen» im aargauischen Dottikon aufgewachsene Vollblut-Gastronom kennt nicht nur die Staatsmänner und -frauen aus aller Welt persönlich, er ist auch mit vielen Wirtschaftsgrössen per Du. Von Showgrössen wie beispielsweise Sharon Stone wurde er zur Begrüssung schon mehr als einmal auf beide Wangen geküsst.

Auf dem Boden geblieben

Dennoch ist «Aschi», der einst Fussballprofi werden wollte und erfolgreich in der Auswahl der besten Aargauer Junioren kickte, auf dem Boden geblieben. «Ich bin der Aschi und dafür, dass wir uns duzen», begrüsst er Herr und Frau Jedermann zu den Wanderwochen der «Aargauer Zeitung», die sich in wenigen Jahren zu einer beliebten Tradition im Davoser Grandhotel entwickelt haben.

Hunderte von Leserinnen und Lesern haben in den vergangenen Jahren dank Ernst Wyrschs Gespür für die und seiner Liebe zu den Menschen im Landwassertal unvergessliche Ferien verbracht. Die Wandergäste aus dem Aargau werden von ihm und seiner Crew traditionsgemäss mit der gleichen Begeisterung und Kompetenz verwöhnt wie die Polit- und Wirtschaftsgrössen am WEF oder die Prominenz im Winterhalbjahr. Ernst und Sylvia Wyrsch haben das «Steigenberger Belvédère» so erfolgreich geführt, weil sie es verstehen, Menschen nicht nur gut zu bedienen, sondern sie glücklich zu machen.

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