Mit 15000 Küchen dürfte die Veriset Küchen AG in Root LU im Jahr 2010 das Produktionsniveau von Marktleader Piatti Küchen erreicht haben. Vor zehn Jahren brachte es die «alte» Veriset-Gruppe noch auf 3500 Kücheneinheiten – und war ein Sanierungsfall. Damals übernahm Ueli Jost (heute 54) als neuer Geschäftsführer und Branchenneuling die operative Verantwortung. Der Unternehmensberater mit langjähriger ABB-Vergangenheit war bis Ende 2000 beim Energiekonzern Alstom für die Abwicklung von Gasturbinenaufträgen verantwortlich gewesen. Danach machte er sich selbstständig.

Unter neuer Führung und mit neuen Aktionären glückte die Sanierung. Jost übernahm 2006 im Rahmen eines Management-Buyouts die Aktienmehrheit. Eine bedeutende Wegmarke für die fit getrimmte, neue Veriset stellte die Kooperation mit Sanitas Troesch ab 2008 dar: Sanitas Troesch holte damals die Küchenfabrikation aus Westfalen (Deutschland) zurück in die Schweiz und die Veriset als neuer Partner kam im Gegenzug zum bis dato grössten Einzelauftrag.

Belegschaft glatt verdoppelt

Im vergangenen Jahr zog sich die Veriset Küchen AG vollständig aus dem Objektgeschäft zurück und konzentriert sich seither auf den Fachhandel. Parallel dazu wurde die Produktion für die Westschweizer Gruppe Gétaz Romang aufgegeben. Jost schätzt den eigenen Anteil am einheimischen Küchenmarkt auf 12 bis 14 Prozent. Der letztjährige Veriset-Umsatz dürfte die Marke von 50 Millionen Franken klar übertroffen haben. Es ist dem Unternehmen innert zweier Jahre gelungen, das Produktionsvolumen um rund 80 Prozent zu erhöhen. Die Zahl der Beschäftigten konnte seit dem Restrukturierungsstart 2001 auf 230 verdoppelt werden. Gemessen an der Fertigungstechnologie nimmt die Innerschweizer Firma für sich in Anspruch, führend zu sein und selbst mit den vergleichbaren gewichtigen Anbietern aus Deutschland mithalten zu können. Seit dem Frühjahr 2010 produziert Veriset regelmässig in zwei Arbeitsschichten. Bereits damals liess Jost durchblicken, von der Produktionskapazität her sei man in Root an Grenzen gestossen. Aktuell wird die Kapazität weiter erhöht.

Edelküchen aus dem Muotathal

Nun ist ein nächster Expansionsplan spruchreif: Jost hat sich mit 50 Prozent an der traditionsreichen Küchenfabrik Muotathal AG beteiligt. Gemeinsam wollen das Schwyzer Unternehmen (mit 30 Beschäftigten) und Veriset eine neue hochwertige Küchenmarke kreieren – mit Manufaktur im Muotathal. Dort seien die Voraussetzungen «einzigartig», freut sich Jost und betont, mit dem Ausbau der Zusammenarbeit und dem Ausschöpfen zusätzlicher Synergien werde auch der Standort Schweiz weiter gestärkt. Bis zu 5 Millionen Franken sollen in den nächsten drei bis fünf Jahren investiert werden.