Als sich das Hangar-Tor vor der versammelten Presseschar am Flughafen Zürich langsam öffnet und dahinter das Embraer-Flugzeug heranrollt, erklingt epochale Orchestermusik. Dabei würden auch die bedrohlichen Töne aus dem Horrorklassiker «Jaws» passen. Denn die Maschine des brasilianischen Herstellers Embraer trägt die Werksbemalung eines Weissen Hais.

Am Mittwoch lud Helvetic Airways an den Flughafen Zürich, um seinen neusten Stolz vorzustellen: Den E190-E2 mit 110 Sitzen. Airline-Inhaber Martin Ebner, der im Juli eine Absichtserklärung für zwölf solcher Maschinen unterschrieben hatte, gab bekannt, dass der Deal nun definitiv unter Dach und Fach ist. Zudem hat sich der 72-Jährige die Option für zwölf weitere Maschinen gesichert. Damit würde sich die heutige Helvetic-Flotte beinahe verdoppeln.

Gemäss Listenpreis müsste Ebner 1,5 Milliarden für die total 24 Maschinen hinblättern. Tatsächlich dürfte der Milliardär aber einen saftigen Rabatt beim brasilianischen Hersteller herausgeholt haben. Den Betrag will er aus der eigenen Tasche bezahlen, wie er kürzlich der «Schweiz am Wochenende» sagte.

Von der Swiss abhängig

Der erste E190-E2-Jet, der laut den in Zürich anwesenden Embraer-Vertretern zu den effizientesten Flugzeugen seiner Art gehört, soll im September 2019 in die Helvetic-Flotte aufgenommen werden – dann natürlich mit rot-weisser Helvetic-Bemalung. Die weiteren Jets folgen schrittweise bis 2021. Ziel ist es unter anderem, unabhängiger von der Swiss zu werden, für die Helvetic zahlreiche Flüge ausführt. Des weiteren bietet Helvetic mit seinen 420 Angestellten vor allem Charterflüge an. Finanzzahlen nennt die Airline keine.