Gaudenz Oetterli

«Es ist ein Novum in der Gastronomie, dass ein Betrieb ganz auf umweltfreundliche Energie setzt. Uns ist auf jeden Fall kein anderer Betrieb bekannt», sagt René Burkhard von der AEK. Die Energiefirma ist es nämlich, die im Romantik Hotel Sternen die Heizsysteme eingebaut hat. Das sind einerseits zwei 56-Kilowatt-Pelletkessel für die Gebäudebeheizung und zudem eine 24 Quadratmeter grosse Solarfäche auf dem Dach für Aufbereitung von Warmwasser.

Der Schritt, auf erneuerbare Energie umzusteigen, habe mehrere Gründe gehabt, sagt Christoph Bohren, der den Familienbetrieb zusammen mit seiner Frau Manuela und seinen Eltern Jörg und Margrit führt. «Unsere Ölheizung ist in die Jahre gekommen und musste erneuert werden. Zudem hatten wir noch einen stromintensiven Elektrospeicher.» Als man sich dann nach Möglichkeiten für eine neue Heizung umschaute, sei man im Frühjahr 2008 auf das Angebot der AEK aufmerksam geworden. «Es war uns ein Anliegen, die alte Heizung mit einer möglichst ökologischen Technik zu ersetzen.»

Betriebsphilosophie weiterziehen

Ein weiterer Grund war der damals steigende Ölpreis. «Wir wollten weg vom Öl, damit wir weniger Preisschwankungen haben», so Bohren, «und als regional verankerter Betrieb kam eine Pelletheizung unserer Betriebsphilosophie entgegen. Regional ist nämlich der Rohstoff für die Heizung, die Pellets.» Die Investitionskosten in die neue Anlage liessen sich ungefähr mit denjenigen einer Ölheizung vergleichen. Wie es mit den laufenden Kosten aussieht, konnte Bohren noch nicht beziffern, da gerade mal eine Heizsaison vorbei sei. «Aber durch den Ersatz des Elektrospeichers werden wir wesentlich weniger Strom verbrauchen.»

Zu den zwei Pelletkesseln im Keller liess der Hotelbetrieb auf seinem Flachdach eine Solaranlage aufstellen. Mit dieser wird das Warmwasser aufbereitet. Erst wenn es zu wenig Sonne hat, schaltet sich zusätzlich die Pelletheizung zu.

Heizung produziert fast keinen Abfall

Begonnen haben die Arbeiten im Juli 2008, und sie dauerten rund zwei Monate. Danach gabe es eine Phase, in der die Feineinstellungen gemacht wurden, damit die Anlage effizient arbeitet. Nun läuft alles automatisch. «Im Idealfall wissen wir vom Hotel nicht einmal, wenn einmal etwas an der Heizung kaputt ist», sagt Bohren. Funktioniert die Anlage nicht richtig, sendet sie von alleine einen Alarm an die AEK, welche danach einen Techniker entsendet. Ebenso verhält es sich mit der Tankfüllung. «Diesen Winter mussten wir den Tank drei Mal füllen lassen. Aber auch das lief automatisch, da bei einem gewissen, tiefen Pelletpegel ein Signal an die AEK geht.»

Eindrücklich findet Bohren vor allem den Grad der Verbrennung, den die zwei Heizkessel erreichen. «Am Ende bleibt praktisch keine Asche übrig, ganz anders als etwa bei einem Cheminée-Feuer.» Beim nächsten Jahresabschluss wird die Familie Bohren dann wissen, ob sich der Pioniergeist auch finanziell lohnt.