Mobilkommunikation

Der Smartphone-Boom treibt das Mobilkommunikationsgeschäft

Der Boom hält an: Die Zahl der Mobil-Abos weltweit ist im dritten Quartal um 113 Millionen auf 6,6 Milliarden gestiegen.

Der Boom hält an: Die Zahl der Mobil-Abos weltweit ist im dritten Quartal um 113 Millionen auf 6,6 Milliarden gestiegen.

Mobile Videos dürften sich in den kommenden Jahren zur beliebtesten Anwendung entwickeln, wie der Telekom-Ausrüster Ericsson in einer Prognose erwartet. Stagnieren werden hingegen die Online-Social-Web-Dienste.

Der Boom bei der Mobilkommunikation geht ungebremst weiter. Das geht aus dem am Montagmorgen veröffentlichten Mobility-Report des schwedischen Telekom-Ausrüsters Ericsson hervor. Gemäss den jüngsten Auswertungen ist die Zahl der Mobil-Abos im dritten Quartal um 113 Millionen auf 6,6 Milliarden gestiegen. Weil aber etliche Menschen mehr als ein Gerät haben, liegt die Zahl der mobil kommunizierenden Menschen mit 4,5 Milliarden tiefer.

Smartphones laufen

Im dritten Quartal war mehr als jedes zweite Endgerät ein Smartphone. 2012 lag ihr Verkaufsanteil erst bei 40 Prozent. Die Studie sieht keine Verlangsamung des Booms. Im Jahresvergleich stieg die Zahl von mobilen Breitband-Abos um 40 Prozent.

Auch wenn 3G/UMTS und seine Weiterentwicklungen die Basis für die Mobilkommunikation bildet - so richtig schnell geht das erst mit dem LTE-Standard der vierten Generation. Die Anzahl der LTE-Abos und Anschlüsse wächst laut den Experten rasant und liegt inzwischen bei 150 Millionen.

Grosser Aufholbedarf

Die Länder mit den höchsten absoluten Zuwachsraten liegen alle in Asien oder Afrika: Alleine in China bekamen 30 Millionen Menschen einen neuen Mobilvertrag. In Indien waren es 10 Millionen, in Bangladesh 6 Millionen, in Indonesien 5 und in Ägypten 4 Millionen. Getragen wird der Boom durch günstigere Abos und erschwingliche Smartphones. Wo diese (noch) zu teuer sind, kaufen sich die Kunden sogenannte «Feature Phones», die etwas schlechter ausgestattet sind und oft nur eingeschränkte Online-Möglichkeiten haben. Diese funktionieren oft noch mit den alten 2G/3G-Netzen, die von den Netzbetreibern längst abgeschrieben sind.

Die höchste Verbreitung von Abos gibt es in Osteuropa mit 139 Prozent der Einwohner. Rechnerisch hat demnach eine Vierpersonenfamilie 5 bis 6 Smartphones und Handies. In Westeuropa liegt die Quote bei 125 Prozent, in Lateinamerika bei 114 Prozent. Nordamerika inklusive USA kommt gerade einmal auf 102 Prozent. China hat aufgeholt und liegt bei 88 Prozent, In Indien haben erst 58 Prozent der Menschen ein mobiles Endgerät.

LTE als neuer Standard

LTE, der Standard der vierten Generation, der in der Schweiz von allen drei Netzbetreibern Swisscom, Sunrise und Orange verwendet wird, dürfte gemäss der Ericsson-Studie bis 2019 das grösste Wachstum aufweisen. Man rechnet mit rund 2 Milliarden Nutzern. Der grösste Anteil der Mobilkommunikation wird dann über die etwas langsameren 3G-Technologie HSPA abgewickelt werden, so die Autoren. Schrumpfen wird der Anteil der Mobilkunden, die noch über die 2G-GSM-Netze kommunizieren.

Vor allem in Nordamerika und in Westeuropa dürfte sich LTE bis 2019 als bevorzugter Standard etablieren.

Videos als beliebtester Content

Auf Video entfällt gegenwärtig rund 40 Prozent des Mobilverkehrs. Bis 2019 dürften es gemäss den Prognosen schon 55 Prozent sein. Ebenfalls wachsen dürfte das Browsen im Internet. Lediglich stagnierend soll das Social Networking sein. Rund 10 Prozent der mobilen Daten entfallen auf Facebook und weitere Dienste. Wenn der Datenverkehr in diesem Segment steigt, dann lediglich aufgrund der immer komplexeren Seiten und der immer beliebteren Uploads von Fotos und Videos.

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