Vielleicht fädelte Claudio Cisullo (45) den Verkauf seiner Panatronic Gruppe beim Golfen ein: Er gilt in der Wirtschafts-Szene als begnadeter Netzwerker. Kein Wunder: Zu seinen Freunden und Geschäftspartnern gehören Altbundeskanzler Gerhard Schröder, Ex-Swiss-CEO André Dosé, UBS-Boss Oswald Grübel oder Adriana Ospel-Bodmer.

Saubers alte Formel 1-Autos verkauft

Der Italo-Schweizer brachte es vom armen Immigranten-Kind zum Selfmade-Millionär. Und er liebt medienwirksame Projekte. Peter Sauber lernte er an einem Formel 1-Rennen kennen. Wenig später durfte er die ausgemusterten Teile der Formel 1-Boliden exklusiv verkaufen. Im Flughafen Zürich stellte er auch ganze alte Sauber-Formel 1-Renner hin und verkaufte sie an zahlungskräftige Kunden.

Post war mit Gadget-Automaten nicht zufrieden

Mit grosser Kelle rührte er 2007 sein Projekt «Boxin» an. Damit wollte er Automaten aufstellen, die statt Zigaretten, Präservativen und Schokoriegeln Hightech- und Luxusgüter wie iPods oder Digitalkameras verkauften. Nach grossem Trara für die Medien und einer Pressekonferenz mit seinem Freund Gerhard Schröder wurde es still. Die Schweizer Post als erster «Boxin»-Kunde stellte in einem Pilotprojekt zwei solche Automaten auf.

Post-Pressesprecher Mariano Masserini gab gegenüber der Redaktion a-z bekannt, dass man dieses Projekt abgebrochen habe und die Automaten nicht mehr weiter betreibe. Nach nur vier Monaten stoppte die Post das Projekt, weil die Automaten zu wenig Umsatz generierten.

Von unprofitablen Geschäften immer schnell getrennt

Nun hat er die Panatronic-Gruppe der Swisscom IT Services (SCIS) verkauft. Er sei nicht zum Verkauf gezwungen worden, gab er dem Branchen-Magazin Inside-channels.ch bekannt. «Uns ging es noch nie so gut wie heute», sagte Cisullo. Zahlen über den Deal gibt er allerdings keine bekannt. Und man erinnert sich noch an eines seiner Erfolgsgeheimnisse, das er dem «Swiss IT Magazine» verriet: «Von Geschäften, die nicht profitabel sind, habe ich mich immer schnell getrennt.»

So richtig trennt sich Cisullo noch nicht von seiner Gruppe. Er soll im neuen Unternehmen als Verwaltungsrat amten und weiterhin eine Minderheitsbeteiligung halten.