Arbeitsmarkt

Der Schweizer Arbeitsmarkt zieht die Grenzgänger an

Zur Arbeit täglich ins Ausland: Der Anteil der Grenzgänger unter Schweizer Arbeitnehmern ist gestiegen (Symbolbild)

Zur Arbeit täglich ins Ausland: Der Anteil der Grenzgänger unter Schweizer Arbeitnehmern ist gestiegen (Symbolbild)

Vom robusten Schweizer Arbeitsmarkt haben im zweiten Quartal vor allem Ausländer profitiert. Mit 5,6 Prozent am stärksten gestiegen ist die Zahl der Grenzgänger.

Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl ausländischer Erwerbstätiger um 3,1 Prozent auf 1,36 Mio. zu. Die Zahl der Schweizer Arbeitskräfte blieb mit 3,40 Mio. konstant. Bei Ausländern am stärksten wuchs die Zahl der Erwerbstätigen bei Grenzgängern: Die Zunahme betrug nach Angaben des BFS um 5,6 Prozent.

Bei Niederlassungsbewilligung mit C-Ausweis stieg die Zahl um 1,6 Prozent, bei B-Ausweis 3,8 Prozent. Rückläufig war hingegen die Zahl bei Kurzaufenthaltern, also Arbeitsnehmern, die weniger als ein Jahr in der Schweiz sind: Gegenüber dem zweiten Quartal 2011 nahm die Zahl um 1,9 Prozent ab.

Gesamthaft stieg die Zahl der Erwerbstätigen um 0,9 Prozent auf 4,76 Millionen. Die Zahl männlicher Arbeitskräfte stieg dabei um 1 Prozent, jene der Frauen um 0,7 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag bekannt gab.

Mehr Arbeitslosigkeit

Allerdings stieg auf die Arbeitslosigkeit: Ende Juni waren in der Schweiz 170'000 Personen ohne Job, das sind 8000 mehr als im Vorjahr. Den Anstieg der Quote von 3,6 auf 3,7 Prozent bezeichnet das BFS dennoch als nur "sehr leicht".

Betroffen vom Anstieg der Arbeitslosigkeit waren in erster Linie die 15- bis 24-Jährigen (5,9 auf 6,1 Prozent). Auch bei den 25- bis 49-jährigen nahm die Zahl zu (3,4 auf 3,8 Prozent). Rückläufig war sie bei den über 50-jährigen (3,1 auf 2,9 Prozent). Die Zahl der Langzeitarbeitlosen verringerte sich von 43,4 auf 38,5 Prozent. Das BFS stützt sich auf die Definitionen des internationalen Arbeitsamtes ILO.

In den 27 Ländern der EU sank die Zahl der Erwerbstätigen zwischen den zweiten Quartalen 2011 und 2012 um 0,2 Prozent, bei einem Anstieg der Erwerbslosenquote von 9,4 auf 10,2 Prozent. Noch stärker zeigen sich die Folgen der Krise um den Euro, wenn nur die 17 Länder mit der Einheitswährung betrachtet werden.

In der Eurozone sank die Anzahl Erwerbstätiger um 0,6 Prozent, während sich die Beschäftigungslosigkeit von 9,8 auf 11 Prozent erhöhte.

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