Krankenkassen

Der schnelle Abgang von Philippe Signer bei Kolping

Kolping-Chef Philippe Signer

Kolping-Chef Philippe Signer

Die Kolping Krankenkasse hat seit kurzem eine Führungsriege, welche die Kosten senken will.

Ende Oktober räumte der CEO der Kolping Krankenkasse AG in Dübendorf, Philippe Signer, nach nur zweieinhalb Jahren den Chefsessel. Er wolle sich mit 61 Jahren aus dem operativen Versicherungsgeschäft zurückziehen, sagt er. Ein geordneter Abgang war das kaum. Der Unternehmensberater Martin Leutenegger gibt Mandate auf, um interimistisch die operative Führung der Kolping mit 19 100 Grundversicherten zu übernehmen. Das Verwaltungsratspräsidium trat Leutenegger an seinen Vize Franz Walker ab.

Die Kolping ist finanziell angeschlagen. Das für die Aufsicht zuständige Bundesamt für Gesundheit (BAG) führte eine Sonderuntersuchung durch, weil der Versicherer Rechnungen von Spitälern nur schleppend bezahlt hatte. Gemäss einer BAG-Sprecherin wurde verlangt, die aufgedeckten Mängel zu beheben und ein ordnungsgemässes Funktionieren sicherzustellen. Gemäss Leutenegger sollen alle Ausstände bis Ende Jahr erledigt sein.

Hohe Prämienaufschläge

Die Kolping musste ihre gesetzlich vorgeschriebenen Reserven neu berechnen. Als Folge davon beläuft sich die Solvenzquote noch auf 75 Prozent statt auf mindestens 100 Prozent. Wegen der Unterdeckung von rund drei Millionen Franken oder fünf Prozent des 2014 ausgewiesenen Prämienvolumens schlägt die Kolping happig auf. Die Prämie mit der Mindestfranchise von 300 Franken ohne Unfalleinschluss steigt 2016 gemäss dem Internetvergleichsdienst comparis.ch im Kanton Zürich um 4,9, im Kanton Solothurn um 5,0 und im Kanton Basel-Stadt gar um 9,8 Prozent auf. In den Kantonen Aargau und Baselland sind es 0,4 bis 1,7 Prozent.

Gleichzeitig will die neue- Führungsriege die Verwaltungskosten senken. Sie beliefen sich 2014 in der Grundversicherung auf überdurchschnittlich hohe 7,9 Prozent der Prämien. Auf Kundenfang will die Kolping gemäss Leutenegger nur noch Vermittler schicken, welche von der Finanzmarktaufsicht zertifiziert sind.

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