Anwalt Barthold sorgte vor zwei Jahren für Aufsehen, als er mit einem Team von zehn Anwälten und Beratern zur international tätigen Top-Wirtschaftskanzlei Baker & McKenzie wechselte. Letzte Woche hat er diese bereits wieder verlassen, wie Recherchen ergeben haben. Ein Sprecher der Europazentrale in London sagt auf Anfrage: «Wir bestätigen, dass Beat Barthold Baker McKenzie verlassen hat.» Zu den Gründen der Trennung will sich der Sprecher nicht äussern. Er sagt lediglich, dass Barthold entschieden habe, sich neu zu orientieren und eine eigene Kanzlei zu gründen. Sein Name wurde bereits im öffentlich zugänglichen Partnerverzeichnis gelöscht.

Bartholds Ruf dürfte unter den Enthüllungen der letzten Monate gelitten haben. Im Zuge der Ermittlungen gegen Vincenz ist auch sein Name aufgetaucht. Das Verfahren der Staatsanwaltschaft richtet sich auch gegen ihn. Barthold gehörte zu den fünf Geschäftsleuten, die im Februar von den Strafverfolgungsbehörden vernommen wurden. Konkret wird ihm Gehilfenschaft zur ungetreuen Geschäftsbesorgung vorgeworfen. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Exodus bei alter Kanzlei

Barthold war unter andrem alleiniger Verwaltungsrat von I-Finance. Mit diesem Vehikel hatten Beat Stocker und Pierin Vincenz im Stillen eine Beteiligung an der Kartenspezialistin Commtrain aufgebaut. Dort sass Barthold ebenfalls im Verwaltungsrat. Später wurde Commtrain von Aduno übernommen. Vincenz und Stocker machten dabei einen grossen Gewinn. Barthold war auch oft direkt für die Raiffeisen aktiv. So sass er im Verwaltungsrat von Wegelin-Notenstein.

Vor seinem Engagement bei Baker & McKenzie war der Anwalt lange Jahre Partner bei der Kanzlei Froriep. Im Oktober 2016 kam es dann zu dem erwähnten Wechsel. Wie die «NZZ» damals schrieb, kam es zu einem Streit unter Froriep-Partnern.