IFPI

Der Ifpi-Chef Beat Högger tritt zurück

Eines der internen IFPI-Dokumente, die az veröffentlichte.

Eines der internen IFPI-Dokumente, die az veröffentlichte.

Beat Högger, der Geschäftsführer des mächtigen Schweizer Produzentenverbandes Ifpi Schweiz, ist zurückgetreten. Grund ist eine Affäre, die eine Recherche der «Aargauer Zeitung» anfang April publik machte.

Beat Högger, der Geschäftsführer des mächtigen Schweizer Produzentenverbandes Ifpi Schweiz, ist zurückgetreten. Högger und die Ifpi sind in den letzten Wochen vor allem wegen des Vorwurfs der Manipulation der Schweizer Hitparade und einer Weko-Untersuchung in die Schlagzeilen geraten.

Das hat aber nicht zu seiner Demission geführt. Wie der Verband mitteilte, hat sich Högger «aufgrund aktueller Diskussionen um eine Nebentätigkeit in einer privaten Unternehmung entschlossen, sein Amt als Geschäftsführer der Ifpi niederzulegen».

Die az hat diese Affäre am 2. April publik gemacht.

Bei der privaten Unternehmung handelt es sich um die Zürcher Firma IPGate, die das geistige Eigentum einer deutschen Erfinderfamilie verwertet. Statthalter in Zürich ist Högger. Um in den Genuss eines sechsstelligen Steuerabzuges zu kommen, musste die Firma nachweisen, dass sie aktiv, also keine Briefkastenfirma, ist. Dazu liess sich Högger etwas einfallen: Er liess zwei Ifpi-Angestellte über IPGate entlöhnen, der Ifpi-Vorstand akzeptierte dies.

Der Trick funktionierte: Das Bundeszentralamt für Steuern in Bonn überwies der IPGate die geforderten 316500 Euro. Die Dokumente liegen der az vor.

Diese Fakten erregten in Deutschland Misstrauen, und Steuerbeamte begannen, zu ermitteln. Die az hatte die Ifpi mit den Vorwürfen konfrontiert. Sie wollte zu konkreten Fragen aber keine Stellung nehmen. (cbk)

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