Zahnimplantate

Der Chef von Nobel Biocare muss gehen

Domenico Scala verlässt den Zahnimplantate-Hersteller Nobel Biocare (Archiv)

Domenico Scala verlässt den Zahnimplantate-Hersteller Nobel Biocare (Archiv)

Domenico Scala, CEO der Zahnimplantatefirma Nobel Biocare ist seinen Job nach vier mehr oder weniger erfolglosen Jahren los. Er verlässt die Firma per Ende April. Ersetzt wird er durch den Nestlé-Manager Richar Laube. Die Börse freuts.

Scala werde seinen Nachfolger im April einarbeiten und stehe dem Unternehmen dann bis Ende Oktober noch beratend zur Verfügung. Das teilte Nobel Biocare am Mittwoch mit, einen Tag vor Vorlage der Jahresbilanz für 2010. Der frühere Finanzchef des Agrarchemiekonzerns Syngenta hatte erst im Sommer 2007 Heliane Canepa als CEO von Nobel Biocare abgelöst.

Scala habe die Gesellschaft vor dreieinhalb Jahren in einer sehr kritischen Phase übernommen, ein gutes Management-Team aufgebaut und das Produkteportfolio erfolreich aufgebaut. Der Verwaltungsrat bezeichnet diese Leistung in der Mitteilung als "eindrücklich".

Nestlé-Mann übernimmt

Scalas designierter Nachfolger Richard Laube war zuletzt Chef der Division Ernährung beim weltgrössten Nahrungsmittelkonzern Nestlé. Der Verwaltungsrat erachtet diese Erfahrung als ideale Basis, um auf das Erreichte aufzubauen, heisst es in der Mitteilung weiter.

Der weltgrösste Dentalimplantate-Hersteller war im dritten Quartal in die roten Zahlen gerutscht und wies einen Reinverlust von 17,8 Mio. Euro aus. In den ersten neun Monaten 2010 verzeichnete der Konzern mit 423,3 Mio. Euro einen Umsatz auf Vorjahresniveau, der Gewinn halbierte sich auf 40,6 Mio. Euro. Nobel Biocare beschäftigt weltweit rund 2400 Mitarbeitende.

Zahnschmerzen wegen starkem Franken

Zahnimplantate laufen zu Krisenzeiten schlecht. Die Konsumenten stellen Zahnsanierungen zurück, wenn Ebbe im Portemonnaie herrscht. Kaum ist die Erholung nun eingetreten, bereitet der Industrie der starke Franken Zahnschmerzen.

Das wurde am Dienstag bei der Vorlage der Zahlen von Nobel-Biocare-Konkurrent Straumann deutlich. Nach eigenen Angaben nun Nummer eins der Branche, erzielte des Unternehmen mit 737,6 Mio. Fr. gerade einmal 0,2 Prozent mehr Umsatz als 2009. In Lokalwährungen wuchs der Umsatz um 4,6 Prozent.

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