Autosalon Genf

Der Bentley-Chef bekennt: «Unser durchschnittlicher Kunde hat einen Fahrer»

Wolfgang Dürheimer, CEO von Gentley und Bugatti: «Künftig wird jeder Bentley-Wagen ein Plug-in-Hybrid sein.»

Wolfgang Dürheimer, CEO von Gentley und Bugatti: «Künftig wird jeder Bentley-Wagen ein Plug-in-Hybrid sein.»

Wolfgang Dürheimer, CEO von Bentley und Bugatti, über den Bedarf nach SUVs und was den Bentley so speziell macht.

Herr Dürheimer, Sie bringen diese Tage mit dem Bentayga einen neuen SUV auf den Markt. Was sind die ersten Erfahrungen?

Wolfgang Dürheimer: Das Feedback der Händler und der Kunden ist gut. Die Zahl der Bestellungen ist weitaus höher, als wir erwartet haben. In unserem Business-Plan rechneten wir ursprünglich mit Stückzahlen von 3500 Stück im ersten Jahr. Das würde uns reichen. Im Moment gehen wir davon aus, dass wir 5500 Autos produzieren können. Und wir schauen, wie stark wir die Volumen noch anheben können. Im 2017 werden wir gegen 6000 Fahrzeuge bauen können.

Wieso haben Sie den Schritt gemacht?

Wir haben gemerkt, dass ein echter Bedarf nach SUVs im Luxus-Segment besteht. Wir wollten noch vor unseren Konkurrenten so weit sein. Schaffen wir dieses Ziel, steigt auch die Auslastung in unseren Betrieben um ein Mehrfaches. Wir produzieren jährlich gegen 11 000 Stück. Mit dem Bentayga wird sich die Zahl bei voller Auslastung dramatisch erhöhen.

Welches sind die Zielmärkte? Und von wo kommen die grossen Bestellungen?

Zunächst sehen wir eine starke Nachfrage aus Grossbritannien. Das ist ein SUV-Markt. Auch in den USA schätzen wir den Bedarf hoch ein. Auch im Nahen Osten rechnen wir mit einer hohen Nachfrage. China ist ein Markt, der derzeit Schwierigkeiten hat. Wir haben uns daher entschieden, nur Fahrzeuge nach China auszuliefern, die tatsächlich bestellt werden. Es wird also hier nicht auf Lager produziert.

Im letzten Jahr präsentierten Sie in Genf den Exp10 Speed6, einen Bentley für das schmalere Portemonnaie. Was ist daraus geworden?

Wir halten daran fest. Unsere Kunden rufen danach. Was ich auch verfolge, ist ein SUV-Coupé. Das ist für uns als vergleichsweise kleine Firma einfacher zu stemmen, da wir nur ein neues Dach entwickeln müssen. Wir müssten das Chassis und die Motorisierung übernehmen. Wir arbeiten jedoch an beiden Projekten. Ich kann Ihnen aber nicht sagen, welches zuerst realisiert wird.

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Sie haben sich immer zurückhaltend gezeigt mit Assistenz-Systemen. Ist
das nach wie vor der Fall?

Nein. Unser SUV hat alle Assistenz-Systeme, die man heute auf dem Markt finden kann. Zum autonomen Fahren ist es nur noch ein kleiner Sprung. Ich glaube jedoch nicht, dass wir hier der Erste sein müssen. Wieso? Weil wir das schon haben. Ein durchschnittlicher Bentley-Kunde hat einen Fahrer. Das ist weitaus das bessere Assistenz-System.

Die neue Volkswagen-Strategie
ist voll auf Elektroantriebe ausgelegt. Wie wird sich hier die Luxus-Tochter Bentley weiterentwickeln?

Ich gehe heute davon aus, dass künftig jeder Bentley-Wagen ein Plug-in-Hybrid sein wird. Das ist zwar teurer als reiner Elektroantrieb oder ein Verbrennungsmotor. Doch bei unseren Kunden ist der Preis weniger entscheidend. Für einen Luxushersteller wie uns wird die Kombination ideal. Mit der Kombinationstechnologie schaffen Sie längere Distanzen, und für die Kurzstrecken stehen Ihnen die Elektroantriebe zur Verfügung. Das wird etwa in Grossstädten, wie Peking, entscheidend sein. Künftige Regeln sehen vor, dass in den Innenstädten nur noch Elektro-Antriebe zulässig sind .

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