Die Migros-Tochter Denner hat in den letzten Monaten intensiv an einem neuen Auftritt herumgetüftelt. In 19 Testfilialen, die meisten davon im Kanton Zürich, wurde das überarbeitete Ladenkonzept nun umgesetzt: Das neue Logo – ohne Schweif um den Schriftzug – steht an diesen Standorten bereits auf dem Dach. Die Buchstaben sind grösser geworden.

An den Wänden der Läden wurde der Rot-Anteil heruntergefahren und einige Folien entfernt – das soll mehr Tageslicht in die Geschäfte bringen. Auch am Interieur wurde herumgeschraubt: Denner verspricht grössere Gänge und somit mehr Platz für die Kunden. Zudem startet der Discounter eine Frische-Offensive: Neu gibt es frisches Obst und Gemüse.

«Das Konzept steht nun zu 95 Prozent. Jetzt wird es höchstens noch kleinere Anpassungen geben», sagt Denner-Sprecherin Paloma Martino auf Anfrage der «Nordwestschweiz». Ab 2014 werden alle Denner-Läden umgerüstet. Eine Herkulesaufgabe: Die Nummer drei der Schweiz betreibt rund 800 Filialen – Tendenz steigend.

Im laufenden Jahr kommen 20 neue Standorte dazu. Denner geht es gut. Der Discounter konnte in den letzten drei Jahren den Umsatz stetig steigern, während Migros und Coop unter dem Einkaufstourismus litten. Auch Aldi und Lidl, die Billig-Konkurrenz aus Deutschland, haben Denner nicht geschadet.

Nicht jede Änderung kommt an

Wieso also etwas ändern, wenn alles läuft wie geschmiert? «Es ist ganz normal, dass man das Ladenlayout periodisch überarbeitet», sagt Martino dazu. Die letzte Auffrischung habe noch unter Philippe Gaydoul stattgefunden, sei also schon ein paar Jahre her. Gaydoul verkaufte Denner im Januar 2007 an die Migros.

Der Umgestaltung der 19 Testfilialen gingen Marktforschungen und eine Experimentierphase in fünf Läden voran. Dabei stellte Denner fest, dass bei den Kunden nicht jede Änderung gut ankommt: «Als wir die Filiale in Thalwil im Innern ganz weiss gestrichen haben, fühlten sich einige Kunden wie in einer Praxis.»

Ebenfalls für Verunsicherung sorgten neue, edlere Weingestelle: «Die Leute hatten auf einmal das Gefühl, dass die Weine teurer geworden sind – obwohl wir die Preise nicht verändert haben», sagt Martino. Denner betont denn auch, dass die Neuerungen nichts an der grundsätzlichen Ausrichtung ändern: Man sei und bleibe auch in Zukunft ein Discounter.