Ihre Menükarten locken mit Fajitas, Burritos und Chesadillas: Mexikanische Restaurants stossen beim Schweizer Gastro-Publikum zunehmend auf Interesse. Vor allem in Grossstädten wie Zürich und Basel eröffnen vermehrt Buden mit Burritos im Angebot – gerollte Teigfladen à la Dürüm-Döner, jedoch mit mexikanischem Inhalt wie zum Beispiel Guacamole, Bohnen und Fleisch. Von diesem Trend möchten auch bestehende Ketten profitieren, allen voran ein ehemaliger Migros-Manager.

Ueli Santschi leitete seit 2012 die Italo-Restaurantkette Molino. Zuvor hatte er sich das Pizzabusiness-Wissen als Schweizer Marktleiter der US-Lieferfirma Domino’s angeeignet. Als die Migros Genossenschaft Zürich Mitte 2014 die Molino-Filialen aufkaufte, blieb Santschi weiterhin CEO der Restaurantgruppe, zu deren 17 Standorten auch das Ristorante Frascati in Zürich gehört.

Doch nun heisst es für Santschi: weg aus der italienischen, hinein in die mexikanische Küche. Zusammen mit der Zürcher Investorengruppe Ufenau Capital Partners hat Santschi kürzlich die seit 2000 bestehende Gastrokette Desperado mit 200 Mitarbeitenden übernommen. Die 11 Restaurants befinden sich vor allem im Raum Zürich und Bern, sowie je eine Filiale in Basel und Gerlafingen SO.

Sascha Herzog, Mitarbeiter von Ufenau Capital Partners, bestätigt den Deal. Umsatzzahlen würden keine bekannt gegeben, die 11 Restaurants, davon vier im Franchise-System, würden jedoch profitabel sein. Deshalb haben die neuen Inhaber Appetit auf mehr und planen die Expansion: «Wir haben bei der Übernahme einen Businessplan erstellt und sehen langfristig das Potenzial, unsere Anzahl Standorte zu verdoppeln.» Würde heissen: elf neue Restaurants.

Auch Städte in der Westschweiz kämen infrage, sagt Herzog. Im Fokus stünden vor allem zentrale Lagen. Man wolle aber nichts überstürzen. Das Desperado-Konzept habe sich gut etabliert. Dennoch wolle man auf neue Konsumgewohnheiten reagieren und vermehrt gesündere und vegetarische Gerichte anbieten.

Kalifornier mischen mit

Die Desperado-Betreiber sind mit ihren Plänen nicht allein. Dicht auf den Fersen ist die Firma Dine & Drink mit sieben «Tres Amigos»- und drei «Argentina Steakhouse»-Restaurants. Mitinhaber Enrico Himmelberger sagt auf Anfrage, eine weitere Eröffnung stehe bevor, längerfristig seien bis zu neun weitere Standorte möglich.

Seit 2013 sind die Westschweizer «Burrito Brothers» mit günstigeren Mexiko-Menüs im Rennen. Sie bringen es inzwischen auf fünf Filialen und setzen vor allem auf Schnellverpflegung. Mitgründer und Mitinhaber Fernando Andere sagt, dass in Basel und Lausanne VD schon bald weitere Geschäfte eröffnet werden.

Andere, ursprünglich aus Kalifornien, hat sogar noch grössere Ziele: «Wir möchten, dass der Burrito in der Schweiz in Zukunft keine exotische Mahlzeit mehr ist.» Um dieses Ziel zu erreichen, plane man in den kommenden Jahren bis zu 15 weitere Restaurants.