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Das Wetter bringt den IWB ein Rekordergebnis

Das Wetter bringt den IWB eine Gewinnverdoppelung.

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Das Wetter bringt den IWB eine Gewinnverdoppelung.

An kalten Wintertagen und in heissen Sommerwochen verbrauchen die Kunden der IWB mehr Energie und Wasser. Dank einer Gewinnverdoppelung können die IWB dem Kanton 57 Millionen Franken abliefern.

Esther Jundt

Die Industriellen Werke Basel (IWB) blicken auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2008 zurück. Bei diesem Unternehmen ist allerdings nicht die Wirtschaftslage ausschlaggebend, sondern das Wetter. Mit einem relativ kalten Winter und zahlreichen heissen Sommertagen gestaltete sich die Witterung im letzten Jahr ganz nach dem Gusto des Energielieferanten.

In den Wintermonaten lieferten die IWB den Kunden 8,6 Prozent mehr Fernwärme und 3,7 Prozent mehr Erdgas. Die Heizgradtage - dies ist eine meteorologische Hilfsgrösse zur Berechnung des Wärmeverbrauchs eines Gebäudes - stiegen von 2700 auf über 3000. Im Sommer verbrauchten die Basler und Baslerinnen 3,1 Prozent mehr Wasser. Zudem erhöhte sich der Stromverbrauch um zwei Prozent.

Die starken Regenfälle füllten die Speicherseen zur Freude der IWB mit viel Wasser. Dadurch konnte das Unternehmen die Eigenproduktionsquote erhöhen und musste nur wenig Strom am Markt einkaufen.

Investitionen ins Netz

Die Zahlen sehen wie folgt aus: Der Umsatz stieg um knapp 18 Prozent auf 653,6 Millionen Franken, der Betriebsgewinn lag bei 69,8 Millionen (32,9 Millionen im 2007) Franken. Die Bilanzsumme erreichte mit 687,3 Millionen eine Rekordhöhe.

Erfreut über dieses Ergebnis zeigte sich gestern David Thiel, der Vorsitzende der IWB-Geschäftsleitung. Die IWB hätten hohe Fixkosten, sagte er vor den Medien. Variabel sei dagegen der Absatz, der witterungsabhängig ist. Zum guten Resultat beigetragen hätten neben dem Mehrverbrauch auch die hohen Erdgaspreise.

Telekom mit Gewinn

Die neuen, nicht witterungsabhängigen Sparten Telekom- und Energie-Dienstleistung entwickelten sich laut Thiel ebenfalls erfreulich. Der Bereich Telekom konnte erstmals einen Gewinn von 1,9 Millionen Franken erzielen. Die Investitionen der IWB betrugen 63 Millionen Franken. Für den Neubau oder Ersatz der Netze wurde rund ein Drittel ausgegeben.

57 Millionen für den Kanton

Die IWB können nun nicht einfach über das Geld frei verfügen. 25,7 Millionen Franken gehen in die so genannte Schwankungsreserve. In schlechten Jahren - wie im 2007 - kann das Unternehmen aus diesem Topf Beträge entnehmen.

Zudem müssen die IWB dem Kanton einen Anteil vom Gewinn abliefern. Im 2008 lag dieser Betrag bei 29,5 Millionen, gegenüber 20,1 Millionen im Vorjahr. Hinzu kommen 13,3 Millionen Franken für die Verzinsung der Kapitalschuld. Zudem leisteten die IWB gemeinwirtschaftliche Aufgaben wie der Unterhalt von Beleuchtung, Brunnen und Uhren. Diese beliefen sich auf 14,4 Millionen Franken. Insgesamt fliessen in die Staatskasse 57,2 Millionen Franken und damit 9,5 Millionen mehr als im Vorjahr. Die Wirtschaftslage löste immerhin ein Problem des Unternehmens.

Die Zahl der Mitarbeitenden sank nämlich im letzten Jahr um 17 auf 716. Der Grund dafür war nicht ein Stellenabbau. Vielmehr sei es schwierig gewesen, Vakanzen zu besetzen, sagte Thiel. Die neuste Arbeitsmarktsituation habe dies geändert. Inzwischen suchen die Menschen wieder Arbeitsplätze. Die IWB werden auf den 1. Januar 2010 verselbständigt und als öffentlich-rechtliche Anstalt weitergeführt.
Ökologische Produkte

Der Kanton machte dem Unternehmen jedoch die Vorgabe, weiterhin im Markt eine führende Rolle bei der ökologischen Energie einzunehmen. Das Angebot an ökologischen Produkten in den Sparten Strom, Erdgas und Fernwärme wird darum ausgebaut. Angeboten wird Strom aus der Region oder Sonnen- oder Windenergie. Langfristig rechnen die IWB mit einer jährlichen Zunahme des Stromverbrauchs um ein Prozent. Weiterhin soll ein grosser Teil des Strombedarfs aus eigenen Kraftwerken gedeckt werden.

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