Rücktritt
Das sagen Minder, Wermuth und Kudelski zu Daniel Vasella

Die Meinungen zur Leistung von Daniel Vasella gehen auseinander. Thomas Minder zollt Vasella Respekt, bezeichnet ihn aber auch als Prototyp der Abzocker. André Kudelski nennt Vasella einen grossartigen Manager, der zu früh abtritt.

Merken
Drucken
Teilen
Das sagen Prominente aus Politik und Wirtschaft zum Rücktritt von Daniel Vasella
11 Bilder
Björn Johansson, Headhunter «Der Rücktritt kommt überraschend. Ein Grund könnte sein, dass er Wind aus der Minder-Initiative nehmen wollte.»
Nationalrat Cédric Wermuth wettert gegen Noch-Novartis-Präsident Daniel Vasella und schaut pessimistisch in die Zukunft.
Ivan Glasenberg, CEO Glencore «Ich kenne Vasella kaum und bin kein Pharma-Spezialist. Aber mit seinem Abgang verliert die Schweiz gewiss eine grosse Persönlichkeit.»
André Kudelski, CEO Kudelski Group «Daniel Vasella ist ein grossartiger Manager, er hat es geschafft, Novartis in die Top 10 der globalen Pharmabranche zu bringen.»
Simonetta Sommaruga, Bundesrätin «Ich möchte mich zu Herrn Vasella nicht äussern.»
Christoph Brutschin, Volkswirtschaftsdirektor Basel-Stadt «Vasella hat mit seiner Mannschaft Eindrückliches geleistet für Basel und die Schweiz.»
David Roth, JUSO-Präsident «Die Juso wird nun verstärkt andere Persönlichkeiten wie Bradley Dougan ins Visier nehmen.»
Reto Lipp, Moderator «Eco» «Gemessen am Aktienkurs, muss man sagen: Ausser Spesen nicht viel gewesen. Aber diese Beurteilung würde Daniel Vasella ärgern.»
Josef Jimenez, CEO Novartis «Er hatte sehr grossen Einfluss auf die gesamte Gesundheitsbranche. Man wird ihn vermissen.»
Ruth Humbel, CVP-Nationalrätin «Vasella hat das Unternehmen weltweit gut positioniert. Seine Vergütung war das Schattenkapitel seiner Erfolgsgeschichte.»

Das sagen Prominente aus Politik und Wirtschaft zum Rücktritt von Daniel Vasella

Keystone

«Daniel Vasella ist ein grossartiger Manager, er hat es geschafft, Novartis in die Top 10 der globalen Pharmabranche zu bringen. Eigentlich tritt er fast zu früh ab. Die Abzocker-Vorwuerfe, die immer wieder an ihn gerichtet wurden, sind fragwürdig. Man sollte Vasella nicht primär an seinem Gehalt messen, sondern an seinem Vermächtnis fuer Novartis.» Dies sagt André Kudelski, CEO Kudelski Group, zum Rücktritt von Daniel Vasella.

Etwas weniger schmeichelhaft ist die Einschätzung von SP-Nationalrat Cédric Wermuth: «Daniel Vasella hat der Schweiz gar nichts gebracht.» Das System der Abzockerei werde durch den Rücktritt von Vasella nicht verändert. Ins gleiche Horn bläst auch Juso-Präsident David Roth, der es für einen Zufall hält, dass Vasella sein Amt ausgerechnet im August abgibt, kurz vor Beginn des Abstimmungskampfes zur 1:12-Initiative. Die Juso werde nun vermehrt CS-Chef Bradley Dougan ins Visier nehmen.

Für den Headhunter Björn Johansson kommt der Rücktritt überraschend. Johansson sieht einen möglichen Rücktrittsgrund in der Minder-Initiative. «Ein Grund könnte sein, dass er Wind aus der Minder-Initiative nehmen wollte. Er ist ja der Böse in dieser Sache.»