Riskante Spekulationsgeschäfte können böse enden. Das ist nichts Neues. In den letzten 25 Jahren wurden so gleich mehrere Banken an den Rand oder sogar in den Ruin getrieben.

Der ursprünglich als Experte in volatilen Märkten geltende Yasuo Hamanaka brachte durch einen falschen Kupferhandel die Sumitomo Corporation um 1,8 Milliarden Dollar. Durch Horten von Kupfer versuchte der Japaner ab 1985 die Preise hochzuhalten und einen Verlust in seiner Abteilung auszugleichen. Am 5. Juni 1996 fiel schliesslich das Kartenhaus in sich zusammen und Hamanaka musste seinen Vorgesetzten die Abläufe gestehen. Zu diesem Zeitpunkt ermittelten bereits Fahnder aus verschiedenen Ländern.

Hamanaka wurde 1998 zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Er kam schon nach sechs Jahren wieder frei.

Den Untergang seines Arbeitgebers sogar besiegelt hat Nick Leeson. Bei der Mathematik-Matur durchgefallen erlebte er seinen Aufstieg, als die Barings Bank nach Asien expandierte. Leeson arbeitete fortan in Hongkong als Teil eines Buchhalter-Teams. Später in Singapur bestand er das Händlerexamen und war somit Händler und eigener Kontrolleur. Ab 1993 geschäftete Leeson an der Börse unautorisiert. Verluste aus seinen Geschäften bunkerte er auf einem geheimen Konto, fiktive Gewinne verbuchte er für die Bank. Nach dem Erdbeben von Kobe 1995 erreichte sein Verlust exorbitante 825 Millionen Pfund, damals mehr als 2 Milliarden Franken.

Leeson setzte sich nach Deutschland ab und wurde dort verhaftet. Ein Gericht in Singapur verurteilte ihn zu sechseinhalb Jahren Haft, wobei er nur rund vier Jahre absitzen musste.

In der jüngeren Geschichte nach dem Millennium gab es bisher nur einen krassen Fall. Jérôme Kerviel verzockte rund 7,6 Milliarden Franken «seiner» Bank, der Société Générale. Auch er handelte eigenmächtig. Im Oktober 2010 wurde er erstinstanzlich zu fünf Jahren Haft verurteilt. Das verzockte Geld muss er der Bank zurückzahlen.

Heute wurde nun bekannt, dass der 31-jährige K. A. in London unautorisiert rund zwei Milliarden der UBS verspekulierte. Er arbeitete im European Equity Team. Die Londoner Polizei verhaftete ihn am frühen Morgen wegen Betrugverdachts und Missbrauch seiner Position.

(san)