Die beiden Unternehmen beabsichtigen ihre Aktivitäten in den Regionen Ost- und Zentralschweiz sowie Mittelland und Nordwestschweiz im Bereich Regionalmedien in ein Gemeinschaftsunternehmen einzubringen.

Gemäss Weko bestehen Anhaltspunkte, dass der Zusammenschluss auf verschiedenen Märkten eine marktbeherrschende Stellung begründet oder verstärkt.

Die beiden Unternehmen haben letzte Woche ihre designierte Geschäftsleitung und den Namen für das Joint Venture – CH Media – bekannt gegeben.

AZ und NZZ teilen die Einschätzung der Weko nicht

AZ Medien und die NZZ-Mediengruppe nehmen den Entscheid zur Kenntnis, wie sie in einer gemeinsamen Stellungnahme schreiben. Die beiden Unternehmen teilen die Einschätzung der Wettbewerbskommission aber nicht: "Angesichts des hochkompetitiven Marktumfelds und der Tatsache, dass sich die Marktgebiete der beiden Unternehmen ergänzen, erachten die Parteien den Zusammenschluss als unproblematisch."

Das Joint Venture sei für die Parteien notwendig, um langfristig am Markt bestehen zu können. Entsprechend seien AZ Medien und NZZ-Mediengruppe zuversichtlich, dass der Zusammenschluss von der Weko bis zum Herbst 2018 genehmigt wird.

Aus dem Zusammenschluss soll mit «CH Media» ein eigenständiges Medienunternehmen mit starker regionaler Verankerung hervorgehen. Die Parteien wollen ihre Medienmarken nachhaltig weiterentwickeln und damit dem unabhängigen Regional-Journalismus eine Zukunft geben.


AZ Medien ist ein vorwiegend in der Nordwestschweiz tätiger Medienkonzern, wozu auch diese Newsseite gehört.

NZZ ist ein in der Schweiz tätiges Medienunternehmen. Beide Unternehmen geben verschiedene Zeitungen und Zeitschriften heraus und betreiben Online-Plattformen, Fernseh- und Radiosender.

Die «Neue Zürcher Zeitung» verbleibt bei NZZ und fliesst nicht in das Gemeinschaftsunternehmen ein.

Fokus Lesermarkt

Wie die Weko weiter schreibt, bestehen Anhaltspunkte, dass der Zusammenschluss in den Lesermärkten für Tageszeitungen in den Gebieten Solothurn und Aargau sowie im Zeitschriften-Werbemarkt im Bereich Gebäudetechnik eine marktbeherrschende Stellung begründen oder verstärken könnte.

Weiter bestünden Anhaltspunkte für die Begründung oder Verstärkung einer kollektiven Marktbeherrschung im Lesermarkt für Tageszeitungen im Gebiet Basel und im Lesermarkt für Sonntagszeitungen.

Prüfung innert vier Monaten

Daher wird die WEKO vertieft prüfen, wie sich der geplante Zusammenschluss auf den Wettbewerb auswirkt. Die Prüfung werde innerhalb der gesetzlichen Frist von vier Monaten zu erfolgen.