Billettpreise
Das Halbtax wird 10 Prozent teurer

Verhandeln lohnt sich: Der Preisüberwacher Stephan Meierhans schaffte es, dass die Preise für Einzelbillette und Streckenabos im öffentlichen Verkehr nur um 2,4 Prozent – und nicht um 3,4 Prozent steigen. Die Preisaufschläge beim General- und Halbtaxabo konnte er aber nicht verhindern.

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Preisüberwacher Stefan Meierhans

Preisüberwacher Stefan Meierhans

Keystone

So steigen die Preise

Gewöhnliche Billette: 2,4 Prozent

Halbtaxabonnemente: 15 Franken

Generalabonnemente: 6,7 Prozent
Ausnahme: GA Kind, GA Plus Familia Kind, GA Plus Familia Jugend, GA Behinderte (keine Erhöhung)

Tageskarten normal: 5,6 Prozent

Tageskarten 9 Uhr: 7,5 Prozent, nur noch Mo-Fr gültig

Tageskarte Gemeinde: 15 Prozent, Abgabe nur noch in der jeweiligen Wohngemeinde

Der für den nächsten Fahrplanwechsel im Dezember 2010 angekündigte Anstieg der Billettpreise für den öffentlichen Verkehr fällt tiefer aus als letzten Januar angekündigt. Insgesamt steigen die Tarife nun um 5,9 Prozent statt 6,4.

Darauf haben sich der Preisüberwacher Stefan Meierhans und der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) geeinigt, wie der Preisüberwacher am Mittwoch mitteilte. Er hatte im Februar angekündigt, dass er mit den Vorstellungen des VöV über die künftige Preisgestaltung nicht einverstanden sei.

Die deutlichen Preisaufschläge auf den General- und Halbtax- Abonnementen akzeptierte Preisüberwacher Stefan Meierhans hingegen. So wird der Preis für das 1-Jahres-Halbtax um 15 Franken auf 165 Franken erhöht. Das 2-Jahres-Halbtax schlägt um 50 Franken auf 300 Franken auf, was 20 Prozent entspricht.

«Moderate Preiserhöhung»

Peter Vollmer, VöV-Präsident sprach an der Pressekonferenz von einer «sehr moderaten Preiserhöhung.» Wenn die Kunden gute Qualität im ÖV wünschen, müssen sie diese auch bezahlen. Auf die Frage, ob die Preise im Dezember 2009 nochmals ansteigen würden, sagte Vollmer: «Es wäre spekulativ jetzt etwas zu sagen.»

Man habe kein Interesse daran, möglichst rasch und möglichst viele Preiserhöhungen durchzusetzen. «Wir wissen, dass jede Preiserhöhung zu einer sinkenden Nachfrage führt und wir wollen ja auch viele Passagiere transportieren.»

9-Uhr-Regel kommt nicht

In den Verhandlungen haben sich der Preisüberwacher und der Dachverband auch geeinigt, dass bei der Gemeindetageskarte auf die sogenannte 9-Uhr-Regel verzichtet wird. Der VöV hatte verlangt, dass die beliebten Abonnemente an Werktagen erst ab 9 Uhr gültig sind. Diese Massnahmen hatte der Gemeindeverband als inakzeptabel zurückgewiesen.

Thomas Stahel, Geschäftsleiter der verkehrspolitischen Umweltorganisation «umverkehR», übt trotzdem Kritik: «Wir sind sehr enttäsucht über den Kompromiss zwischen dem Preisüberwacher und dem Verband öffentlicher Verkehr. Mit 5,9 Prozent ist die Preiserhöhung der SBB-Tarife immer noch happig.» (jep/sda)

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