Kommentar

Das Glas ist halb voll: Die Schweizer Wirtschaft erholt sich erstaunlich schnell von der Corona-Katastrophe

Während des Lockdowns sah es zappenduster aus.

Während des Lockdowns sah es zappenduster aus.

Die Schweiz schlittere in die schwerste Rezession seit fast 100 Jahren, stellten die Konjunkturinstitute noch vor wenigen Wochen fest. Das war Schwarzmalerei, wie sich nun zeigt.

Noch nie ist in der Schweiz und auch weltweit die Wirtschaft so schnell zusammengebrochen wie nach dem Ausbruch des Coronavirus. Noch nie haben so viele Unternehmen Kurzarbeit beantragt. Auch die Zahl der Arbeitslosen ist stark gestiegen.

Während des Lockdowns sah es zappenduster aus. Doch dann ging es auf einmal schnell. Die Neuinfektionen sanken, der Bundesrat öffnete die Geschäfte und Schulen – trotzdem blieben die Fallzahlen tief. Und siehe da: Die eben noch darniederliegende Wirtschaft springt wieder an, die Firmen schreiben Stellen aus, die Leute essen wieder auswärts und buchen fleissig ihre Sommerferien. Die Börse ist in Partystimmung.

Ausgestanden ist die Krise noch lange nicht. Solange kein Impfstoff da ist, bleiben die Menschen und die Wirtschaft verletzlich. In vielen Branchen könnte es nach dem Auslaufen der Kurzarbeit zu Entlassungen kommen. Und was, wenn die Finanzspritzen von Staaten und Notenbanken ihre Wirkung verlieren?

Die Risiken bleiben beträchtlich. Doch man darf feststellen: Die Gegenbewegung ist schneller und kräftiger, als es vor wenigen Wochen selbst Optimisten erwartet hätten. Die Rezession, in der wir stecken, war in ihrer Entstehung beispiellos. Gut möglich, dass das auch für deren Bewältigung gilt.

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