Preise
Dank Boykott: Ausländische Zeitschriften werden deutlich günstiger

Die Preise ausländischer Zeitschriften sinken landesweit um rund 15 Prozent. «Der Boykott hat sich gelohnt», sagt Coop-Chef Joos Sutter im Interview mit SonntagsBlick.

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Deutsche Zeitschriften werden in der Schweiz viel teurer verkauft - nun gibts eine Änderung. (Symbolbild)

Deutsche Zeitschriften werden in der Schweiz viel teurer verkauft - nun gibts eine Änderung. (Symbolbild)

Keystone

«Wir haben eine Lösung mit den Verlagen gefunden. Die italienischen reagierten schnell und senkten die Preise um rund 15 Prozent. Nun haben wir uns auch mit den deutschen geeinigt.» Die Preisreduktionen bei Titeln wie «Gala», «Spiegel» oder «Vogue» betragen ebenfalls rund 15 Prozent. Die Änderungen treten in den nächsten Tagen in Kraft und gelten nicht nur für die Coop-Verkaufsstellen, sondern für die ganze Schweiz.

Trotz Preisreduktionen hält Sutter an seiner Kritik an den ausländischen Markenartikelherstellern fest: «Multis wie Procter & Gamble verrechnen uns Einstandspreise, die teilweise über den Verkaufspreisen im Ausland liegen. Mit Pampers etwa verdienen wir heute unter dem Strich gar nichts mehr», sagt er. Und weiter: «Ausländische Konzerne schöpfen die höhere Kaufkraft in der Schweiz mit höheren Preisen ab.

Gleichzeitig leisten sie sich in der Schweiz grosse Organisationen. Das geht ins Geld. Die Multis müssen abspecken.» Die Coop-Umsätze liegen in diesem Jahr unter dem Vorjahr. «Allein die Preisreduktionen kosten uns 150 Millionen Franken», sagt Sutter. Abstriche bei der Qualität sind für ihn aber kein Thema.

Die Strategie der Migros, Bio-Artikel in grossem Stil aus der EU zu importieren, will er nicht kopieren: «Billig-Bio kommt bei uns nicht ins Regal. Wir würden nie unsere Werte verwässern, nur um das Wachstum anzukurbeln. Euro-Bio ist eben nur halbes Bio, dahinter können wir nicht stehen.» Sutter setzt sich weiter für den Beibehalt des Cassis-de-Dijon-Prinzips für Lebensmittel ein und fordert die Nationalbank zu einer aktiveren Wechselkurspolitik auf: «Die Nationalbank sollte die Anbindung des Frankens an einen Währungskorb prüfen.»

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