Rüdiger Grube löst Hartmut Mehdorn ab, der am Montag die Konsequenzen aus der Datenaffäre gezogen und seinen Rücktritt angeboten hatte.

Der Vorschlag ergehe in Absprache mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Aussenminister Frank-Walter Steinmeier, hiess es. Tiefensee habe zudem Gespräche mit den Spitzen der Bahngewerkschaften über die Personalentscheidung geführt.

Grube soll nach Angaben des Verkehrsministeriums wie der bisherige DB-Chef Hartmut Mehdorn nicht nur an die Spitze des DB-Konzerns rücken, sondern zugleich auch die Verkehrstochter DB Mobility Logistics (DB ML) führen.

Damit werde der einheitliche Konzern auch in der Leitungsstruktur fest verankert, erklärte das Verkehrsministerium. Die DB ML soll nach den Vorstellungen der DB teilprivatisiert werden.

Kanzlerkandidat Steinmeier bezeichnete eine Privatisierung der DB jedoch auch unter einem neuen Chef als mittelfristig unwahrscheinlich. "Die Krise auf den internationalen Finanzmärkten macht eine Privatisierung oder Teilprivatisierung für eine lange Zeit unrealistisch", sagte der Vizekanzler der "Passauer Neuen Presse".

SBB-Chef Andreas Meyer, der zunächst ebenfalls als Nachfolger für den Posten gehandelt wurde, will nicht zurück zur Deutschen Bahn. Bevor Meyer zur SBB wechselte, gehörte er zum obersten DB-Führungsorgan (Executive Board), wo er die Verantwortung für den Bereich Stadtverkehr innehielt.